Dienstag, 18. Dezember 2012

Kongressbericht Basel 2012

«Aromapflege in Kooperation mit psychiatrischen Pflegeinterventionen»
Abstrakt
Claudia Arbeithuber

Aromapflege wird als der Einsatz ätherischer Öle, Pflanzenöle und Hydrolate in der täglichen Pflege verstanden. Man kann es auch als die Ergänzung/Begleitung der alltäglichen, standardisierten Pflegemaßnahmen mit ätherischen Ölen bezeichnen. Besonders in Österreich wurde in den letzten Jahren sehr viel Wert auf diese Titulierung gelegt und eine Trennung zwischen den Bereichen Aromatherapie und Aromapflege forciert. Dies war vor allem wegen der österreichischen Rechtslage und den Besonderheiten des Berufsschutzes nötig.

Aromapflege: Einsatz ätherischer Öle als Ergänzung der täglichen, standardisierten Pflegemaßnahmen und als Wohlfühlpflege, im Dosierungsbereich von 0,5-1%

Aromatherapie: Einsatz ätherischer Öle zur Behandlung/Therapie durch einen Mediziner (in Österreich)

Aromawellness: Einsatz ätherischer Öle zur persönlichen Wohlfühlpflege im privaten Alltag oder im gewerblichen Bereich (Sauna, Therme, Heilmasseur…)

In vielen Bereichen der häuslichen und klinischen Pflege konnten diese Vorgaben erfolgreich umgesetzt werden. Aromapflege hat sich als fachlich fundierte Pflegemethode sowie als Ergänzung bestehender Pflegemaßnahmen etabliert.

Aber auch andere, moderne Anschauungen und Pflegemethoden haben einen Weg in unseren heutigen Pflegealltag gefunden. Wir haben gelernt, sie adäquat einzusetzen und Kooperationen mit anderen komplementären Pflegemethoden gefunden. So können heute mehrere verschiedene Ansätze der Pflege für das Wohl des Patienten kombiniert werden.

Kooperationsmöglichkeiten im Pflegeprozess:

• Kinästhetik

• Basale Stimulation

• Kübler Ross

• Palliativ Pflege

• Therapeutic Touch

• EFT

• Klein´sche Methode

• Pflegetherapeutische Gruppen

• Primäre Pflege

• Genuss- und Wahrnehmungstraining

• Lebensberatung - Lebensstil

• Wickel und Kompressen
Aber auch die Weiterentwicklung der vorhandenen alltäglichen Maßnahmen mittels Aromapflege wurde weiter vorangetrieben.

Besonders im psychiatrischen Bereich ergeben sich so vielfach Möglichkeiten der Kombination aus
alltäglichen psychiatrischen Pflegeinterventionen und Aromapflege.

2010 konnte ich bereits Einblick in so manche Irrtümer, aber auch wegweisenden Erfahrungen geben. Über Dosierungen und Handhabung im Akutfall berichten. Nunmehr möchte ich auf den täglichen Einsatz in der allgemeinen, offenen Psychiatrie zu sprechen kommen.

Aromapflege mit pflegetherapeutischer Haltung und Handlung kombinieren. Sie insbesondere mit dem Konzept der Raumbeduftung zu neuen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten inspirieren.


Mit freundlichen Grüßen

Claudia Arbeithuber 

Artikel NATURaromen - Kooperationsmöglichkeiten in der professionellen psychiatrischen Pflege

Ätherische Öle – von der Basisanwendung zur professionellen Pflegeanwendung
Ätherische Öle hier, Aromapflege da. Jeder kennt es, jeder benützt sie – im Privatem wie auch Beruflichem. Wellness ist überall und Aromapflege mittendrin.

Selbst im täglichen Kampf um Patientenzahlen hat man „Aromapflege“ für sich gefunden. Es entspricht dem Wunsch der Patienten, signalisiert Natürlichkeit und ein gewisses Maß an ökologischem Bewusstsein. Auch in der Gesundheits- und Krankenpflege erlebt Aromapflege einen Boom.

Aromapflege bedeutet aber mehr. Ätherische Öle wirken über unterschiedlichste Wege auf uns ein. Immer aber sprechen sie Psyche und Körper gemeinsam an. Dadurch wird der Anwender regelrecht gezwungen, Probleme nicht isoliert zu betrachten. Eine ganzheitliche Sichtweise ist Programm.
Genau diese Art der ganzheitlichen Betrachtungsweise ist es, die den Vorteil der Aromapflege ausmacht. Einerseits wird nach alter Tradition symptomorientiert und wissenschaftlich gearbeitet und gleichzeitig im Sinne einer modernen Pflege auch der Mensch dahinter mit seinem Umfeld und seiner psychischen Situation berücksichtigt.

Hierzulande werden ätherische Öle als Ergänzung bestehender Pflegemaßnahmen eingesetzt. Sie dienen der Pflege als unterstützendes und begleitendes Werkzeug. Sie steigern das allgemeine Wohlbefinden und fördern Beziehungsarbeit.

Lange schon arbeitet die Gesundheits- und Krankenpflege bereits mit Aromen und Wohlgerüchen. Selbst in alten Pflegeschriften lassen sich Einträge über die positive Wirkung der Aromen nachlesen. Aromapflege wird von den unterschiedlichsten Berufen des Gesundheitssystems eingesetzt und findet in den verschiedensten Formen Anwendung.
Scheinbar jede Einrichtung, gar jede Abteilung hat ein individuelles Aromapflege – Konzept. Die Möglichkeiten der Anwendungen scheinen endlos, die persönliche Auslegung ebenso.

Schwierig wird es vor allem für Außenstehende, wenn sie versuchen einen gemeinsamen Nenner zu finden, da Konzepte oder Aromapflege – Standards erst in den letzten 10 Jahren Einzug in unseren Arbeitsalltag halten.
Wie in so vielen Fällen, haben wir in der Gesundheits- und Krankenpflege lange und erfolgreich gearbeitet, um erst später zu bemerken, dass es an dem Wichtigsten fehlt:
o Nachweisbarkeit
o Vergleichbarkeit
o Konzept und Standard

Die Möglichkeiten der modernen Wissenschaft und die Instrumente des EBN ermöglichen uns nun aber einen neuen Zugang zu diesem bewährten Thema. Wir sind nun in der Lage vorhandenes Wissen fachkompetent aufzubereiten und Andern zugänglich zu machen.

Eine weitere wichtige Errungenschaft ist der Aufbau einer landesweiten fundierten Aus- und Weiterbildung aller Pflegekräfte, angelehnt an das Curriculum für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Standardisierung der Basisausbildung Aromapflege.

Professionelle Pflege kann, im eigenverantwortlichen wie mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich, qualifizierte Aromapflege leisten. Vorraussetzung dafür ist Weiterbildung „Komplementäre Pflege – Aromapflege“ nach §64 GuKG WV, die das nötige Wissen vermittelt.

Die Länder Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Niederösterreich und Wien haben mit 2 großen Ausbildungsstätten (u. a. aromaFORUM Österreich) bereits eine einheitliche §64 Weiterbildung anzubieten. Diese ist in allen genannten Bundesländern ident und aufgrund ihrer Stundenanzahl im deutschsprachigem Raum Vorreiter. Aber auch in den Bundesländern Kärnten, Vorarlberg und Steiermark gibt es anerkannte Weiterbildungen für die Aromapflege nach §64 GuKG.


Aromapflege ist ein Instrument der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Sie ist nicht mehr nur eine kleine Sparte der unwissenschaftlichen oder esoterischen Ecke der Pflege. Nein, sie ist nunmehr ein Teil der allseits anerkannten komplementären Pflegemethoden. Um nicht zu sagen, momentan, der bekannteste Part der komplementären Pflege.

Die Arbeit mit den ätherischen Ölen stellt aktuell die umfassendste, ganzheitlichste Pflegemethode dar. Sie ist nicht nur in einzelnen Bereichen einsetzbar, sondern in allen Fachgebieten der Pflege und Medizin vertreten. Viele Pflegekonzepte sind nur in wenigen, sehr isolierten Bereichen einsetzbar. Nicht so die Aromapflege. Sie ermöglicht uns mit wenigen Korrekturen, in Dosierung und Auswahl des verwendeten ätherischen Öls, die Umsetzung in allen Fachbereichen. Von der pädiatrischen zur gerontologischen oder intensiv Pflege ist Aromapflege vertreten.

Aromapflege wirkt. Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument. Und zudem eine überaus willkommene Bereicherung des Pflegealltags für Patient wie Personal.

Aromapflege vs. Aromatherapie
Die Aromapflege versteht sich als Unterstützung bzw. Ergänzung der alltäglichen Pflegehandlungen. Sie ist keine Pflegmaßnahme für sich alleine, kein eigenes Pflegemodell und kann dadurch an allen Fachabteilungen, bei unterschiedlichsten Pflegekonzepten in den Stationsalltag integriert werden. Des Weiteren kann Aromapflege keinerlei therapeutische Maßnahmen ersetzen.
Aromapflege bewegt sich im eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich der Aufgaben des Pflegedienstes. Sie geschieht immer im Ermessen der Einzelperson und nach deren fachlicher Schulung. Je nach Standard der Einrichtung, können verschiedene Maßnahmen im Rahmen des Pflegeprozesses an weniger geschultes Diplompersonal oder auch Pflegehilfsdienste delegiert werden.








Aromatherapie hingegen ist den Ärzten vorbehalten (österr. Gesetzeslage!) und beinhaltet alle Maßnahmen der tgl. Pflege aber vor alle auch alle invasiven/therapeutischen Handlungen. Dies wäre etwa die Behandlung von Wunden oder die Verabreichung von Zäpfchen oder Vaginalsuppositorien.
Aromatherapeutische Maßnahmen können lt. mitverantwortlichem Tätigkeitsbereich der Pflege vom Arzt angeordnet und an den gehobenen Dienst der Pflege delegiert werden. Dies jedoch nur nach schriftl. Anordnung und nachdem sich der behandelnde Arzt davon überzeugt hat, dass die Pflegeperson über die notwendigen fachlichen Vorraussetzungen verfügt.
Die Pflegeperson hält hier die Durchführungsverantwortung, der Arzt die Behandlungsverantwortung. D. h., sollte die Pflegeperson nicht über eine entsprechende fachliche Eignung verfügen, muss sie den Arzt darüber informieren und gegebenenfalls die an sie delegierte Maßnahme ablehnen.

Eine orale Einnahme bzw. Verschreibung ist in Österreich generell untersagt, auch Ärzte sind hierzu nicht befugt.

Dosierungsvorgaben
Generell gibt es in Österreich die Vereinbarung, dass Aromapflege im Alltag mit Dosierungen zwischen 0,5% (v.a. Wohlfühlbereich, Wellness) und 1% stattfindet. In Ausnahmefällen sind auch punktuelle und kurzzeitige Anwendungen mit bis zu 2% möglich. Hier sind jedoch immer die Vorgaben der Einrichtung, die Absprachen im multiprofessionellen Team, die eigene fachliche Kenntnis und ärztliche Anordnungen zu beachten.

Tropfen auf 100ml Prozent % Anzahl der verwendeten äÖ
Wohlfühlpflege 10 gtt auf 100ml 0,5% beliebig
Allgem. Pflege 20 gtt auf 100ml 1% beliebig

CAVE: ätherische Öle niemals pur anwenden!



Aromapflege hat sich als fachlich fundierte Pflegemethode sowie als Ergänzung bestehender Pflegemaßnahmen etabliert.

Aber auch andere, moderne Anschauungen und Pflegemethoden haben einen Weg in unseren heutigen Pflegealltag gefunden. Wir haben gelernt, sie adäquat einzusetzen und Kooperationen mit anderen komplementären Pflegemethoden gefunden. So können heute mehrere verschiedene Ansätze der Pflege für das Wohl des Patienten kombiniert werden.

Kooperationsmöglichkeiten im Pflegeprozess:
• Kinästhetik
• Basale Stimulation
• Kübler Ross
• Palliativ Pflege
• Therapeutic Touch
• EFT
• Klein´sche Methode
• Pflegetherapeutische Gruppen
• Primäre Pflege
• Genuss- und Wahrnehmungstraining
• Lebensberatung - Lebensstil
• Wickel und Kompressen


Aber auch die Weiterentwicklung der vorhandenen alltäglichen Maßnahmen mittels Aromapflege wurde weiter vorangetrieben.

Aromapflege mit pflegetherapeutischer Haltung und Handlung kombinieren. Sie insbesondere mit dem Konzept der Raumbeduftung zu neuen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten inspirieren.


KINÄSTHETIK
ist ein Handlingkonzept mit vielen Möglichkeiten
• Interaktion
• Bewegung
• Umwelt
• Anstrengung
• Aktivität
• Menschliche Funktion
Ätherische Öle können hier optimal als Begleitung, Vorbereitung, Entspannung danach oder als Mutmacher eingesetzt werden. Die Anwendung ist auf unterschiedlichen Wegen möglich, durchgesetzt hat sich aber vor allem die Anwendung in Form von Raumbeduftung und als Öleinreibung. Bei Kindern auch als „Mutpflaster“.


BASALE STIMULATION
ist somatisch-körperliche Anregung, welche sämtliche Sinne des menschlichen Körpers anspricht. Wurde speziell für den Bereich der geistigen und körperlichen Behinderungen entwickelt.
Mittlerweile hat sich das überaus erfolgreiche Konzept auch für andere Bereiche der psychischen und physischen Förderung durchgesetzt. So auch im psychiatrischen ereich.

Ätherische Öle finden hier vor allem Verwendung als nasale und gustatorische Reize. Besonders bei Tagesstrukturen und Wohneinrichtungen ist die Anwendung in der Aromaküche sehr beliebt.


WICKEL und KOMPRESSEN
Diese traditionelle Pflegemethode erfährt auch hierzulande eine Renaissance, ergänzt durch die Anwendung von reinen Pflanzen-Ölkompressen oder ätherischen Ölen (z.B. ätherisches ÖL der Zitrone für Fieberwickel).


THERAPEUTIC TOUCH
Therapeutic Touch (TT) ist eine komplementäre Pflegeintervention und Behandlung, bei der die Berührung und der Mensch im Mittelpunkt stehen.
TT ist ganzheitliche Wahrnehmung und Berührung, bewusstes Wahrnehmen, Lenken und Harmonisieren der Vitalenergie.

Ätherische Öle werden hier als Vorbereitung, Begleitung und in der Nachruhephase über Raumbeduftung verwendet. Sie sollen die Räumlichkeiten und alle Beteiligten für die Pflegeanwendung vorbereiten, Vertrauen schaffen sowie die Entspannung vertiefen

PFLEGETHERAPEUTISCHE GRUPPEN, PRIMÄRE PFLEGE
Hier fidnen ätherishce Öle besonders über die Raumbeduftung Anwendung.


EFT – EMOTIONAL FREEDOM TECHNIQUES
EFT knüpft an die Akupunktur-Tradition der Chinesischen Medizin an, mit dem Unterschied, dass keine Nadeln verwendet werden. Stattdessen wird mit den Fingerspitzen auf bestimmte Meridianpunkte geklopft, wodurch der Energiefluss des Körpers positiv beeinflusst wird.

Ätherische Öle werden als zusätzliche Raumbeduftung oder direkt aufgetragen (verdünnt!) zur positiven Beeinflussung der Meridianpunkte verwendet. Entsprechende Fallbeispiele und Erfahrungsberichte – auch von Medizinern wurden in den letzten Jahren bereits publiziert (siehe auch: Abschlussarbeiten 2009 des aromaFORUM Österreich).


Besonders in der psychiatrischen Pflege lässt sich eine optimale Kooperation von Aromapflege und Pflegeintervention vollziehen.
Nirgendwo sonst gelingt es im Pflegealltag so einfach und rasch ätherische Öle einzubinden und sie sowohl als eigenständige Pflegemassnahme zu etablieren, als auch als Ergänzung zu vorhandenen Pflegetechniken.

Besonders die Möglichkeit der Raumbeduftung eröffnet uns hier eine Vielzahl an Kooperationsmöglichkeiten.

Gerne möchte cih Sie ihn diesen Themenbereich verführen und ihnen Lust auf praktische Umstezung machen.


Fazit:
Aromapflege ist eine optionale Unterstützung der täglichen Pflegemaßnahmen.
Aromapflege wirkt - Aromapflege ist belegbar.
Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument.
Aromapflege lässt sich nicht einschränken auf einzelne „Klassiker“ oder nur wenige Pflegemaßnahmen.




DPGKS Claudia Arbeithuber
Dipl. psychiatrische Gesundheits- und Krankenschwester, Komplementäre Pflege – Aromapflege
Aromapraxis Arbeithuber


Aromapraxis Arbeithuber
Claudia Arbeithuber
Wagnerstr. 29
4523 Neuzeug
07259/31779 - FAX

aromapraxis@aon.at
www.aromapraxis.com
http://aromapraxis.twoday.net/

Donnerstag, 30. August 2012

Artikel NATURaromen - Kooperationsmöglichkeiten in der professionellen psychiatrischen Pflege

Ätherische Öle – von der Basisanwendung zur professionellen Pflegeanwendung
Ätherische Öle hier, Aromapflege da. Jeder kennt es, jeder benützt sie – im Privatem wie auch Beruflichem. Wellness ist überall und Aromapflege mittendrin.

Selbst im täglichen Kampf um Patientenzahlen hat man „Aromapflege“ für sich gefunden. Es entspricht dem Wunsch der Patienten, signalisiert Natürlichkeit und ein gewisses Maß an ökologischem Bewusstsein. Auch in der Gesundheits- und Krankenpflege erlebt Aromapflege einen Boom.

Aromapflege bedeutet aber mehr. Ätherische Öle wirken über unterschiedlichste Wege auf uns ein. Immer aber sprechen sie Psyche und Körper gemeinsam an. Dadurch wird der Anwender regelrecht gezwungen, Probleme nicht isoliert zu betrachten. Eine ganzheitliche Sichtweise ist Programm.
Genau diese Art der ganzheitlichen Betrachtungsweise ist es, die den Vorteil der Aromapflege ausmacht. Einerseits wird nach alter Tradition symptomorientiert und wissenschaftlich gearbeitet und gleichzeitig im Sinne einer modernen Pflege auch der Mensch dahinter mit seinem Umfeld und seiner psychischen Situation berücksichtigt.

Hierzulande werden ätherische Öle als Ergänzung bestehender Pflegemaßnahmen eingesetzt. Sie dienen der Pflege als unterstützendes und begleitendes Werkzeug. Sie steigern das allgemeine Wohlbefinden und fördern Beziehungsarbeit.

Lange schon arbeitet die Gesundheits- und Krankenpflege bereits mit Aromen und Wohlgerüchen. Selbst in alten Pflegeschriften lassen sich Einträge über die positive Wirkung der Aromen nachlesen. Aromapflege wird von den unterschiedlichsten Berufen des Gesundheitssystems eingesetzt und findet in den verschiedensten Formen Anwendung.
Scheinbar jede Einrichtung, gar jede Abteilung hat ein individuelles Aromapflege – Konzept. Die Möglichkeiten der Anwendungen scheinen endlos, die persönliche Auslegung ebenso.

Schwierig wird es vor allem für Außenstehende, wenn sie versuchen einen gemeinsamen Nenner zu finden, da Konzepte oder Aromapflege – Standards erst in den letzten 10 Jahren Einzug in unseren Arbeitsalltag halten.
Wie in so vielen Fällen, haben wir in der Gesundheits- und Krankenpflege lange und erfolgreich gearbeitet, um erst später zu bemerken, dass es an dem Wichtigsten fehlt:
o Nachweisbarkeit
o Vergleichbarkeit
o Konzept und Standard

Die Möglichkeiten der modernen Wissenschaft und die Instrumente des EBN ermöglichen uns nun aber einen neuen Zugang zu diesem bewährten Thema. Wir sind nun in der Lage vorhandenes Wissen fachkompetent aufzubereiten und Andern zugänglich zu machen.

Eine weitere wichtige Errungenschaft ist der Aufbau einer landesweiten fundierten Aus- und Weiterbildung aller Pflegekräfte, angelehnt an das Curriculum für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Standardisierung der Basisausbildung Aromapflege.

Professionelle Pflege kann, im eigenverantwortlichen wie mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich, qualifizierte Aromapflege leisten. Vorraussetzung dafür ist Weiterbildung „Komplementäre Pflege – Aromapflege“ nach §64 GuKG WV, die das nötige Wissen vermittelt.

Die Länder Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Niederösterreich und Wien haben mit 2 großen Ausbildungsstätten (u. a. aromaFORUM Österreich) bereits eine einheitliche §64 Weiterbildung anzubieten. Diese ist in allen genannten Bundesländern ident und aufgrund ihrer Stundenanzahl im deutschsprachigem Raum Vorreiter. Aber auch in den Bundesländern Kärnten, Vorarlberg und Steiermark gibt es anerkannte Weiterbildungen für die Aromapflege nach §64 GuKG.


Aromapflege ist ein Instrument der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Sie ist nicht mehr nur eine kleine Sparte der unwissenschaftlichen oder esoterischen Ecke der Pflege. Nein, sie ist nunmehr ein Teil der allseits anerkannten komplementären Pflegemethoden. Um nicht zu sagen, momentan, der bekannteste Part der komplementären Pflege.

Die Arbeit mit den ätherischen Ölen stellt aktuell die umfassendste, ganzheitlichste Pflegemethode dar. Sie ist nicht nur in einzelnen Bereichen einsetzbar, sondern in allen Fachgebieten der Pflege und Medizin vertreten. Viele Pflegekonzepte sind nur in wenigen, sehr isolierten Bereichen einsetzbar. Nicht so die Aromapflege. Sie ermöglicht uns mit wenigen Korrekturen, in Dosierung und Auswahl des verwendeten ätherischen Öls, die Umsetzung in allen Fachbereichen. Von der pädiatrischen zur gerontologischen oder intensiv Pflege ist Aromapflege vertreten.

Aromapflege wirkt. Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument. Und zudem eine überaus willkommene Bereicherung des Pflegealltags für Patient wie Personal.

Aromapflege vs. Aromatherapie
Die Aromapflege versteht sich als Unterstützung bzw. Ergänzung der alltäglichen Pflegehandlungen. Sie ist keine Pflegmaßnahme für sich alleine, kein eigenes Pflegemodell und kann dadurch an allen Fachabteilungen, bei unterschiedlichsten Pflegekonzepten in den Stationsalltag integriert werden. Des Weiteren kann Aromapflege keinerlei therapeutische Maßnahmen ersetzen.
Aromapflege bewegt sich im eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich der Aufgaben des Pflegedienstes. Sie geschieht immer im Ermessen der Einzelperson und nach deren fachlicher Schulung. Je nach Standard der Einrichtung, können verschiedene Maßnahmen im Rahmen des Pflegeprozesses an weniger geschultes Diplompersonal oder auch Pflegehilfsdienste delegiert werden.








Aromatherapie hingegen ist den Ärzten vorbehalten (österr. Gesetzeslage!) und beinhaltet alle Maßnahmen der tgl. Pflege aber vor alle auch alle invasiven/therapeutischen Handlungen. Dies wäre etwa die Behandlung von Wunden oder die Verabreichung von Zäpfchen oder Vaginalsuppositorien.
Aromatherapeutische Maßnahmen können lt. mitverantwortlichem Tätigkeitsbereich der Pflege vom Arzt angeordnet und an den gehobenen Dienst der Pflege delegiert werden. Dies jedoch nur nach schriftl. Anordnung und nachdem sich der behandelnde Arzt davon überzeugt hat, dass die Pflegeperson über die notwendigen fachlichen Vorraussetzungen verfügt.
Die Pflegeperson hält hier die Durchführungsverantwortung, der Arzt die Behandlungsverantwortung. D. h., sollte die Pflegeperson nicht über eine entsprechende fachliche Eignung verfügen, muss sie den Arzt darüber informieren und gegebenenfalls die an sie delegierte Maßnahme ablehnen.

Eine orale Einnahme bzw. Verschreibung ist in Österreich generell untersagt, auch Ärzte sind hierzu nicht befugt.

Dosierungsvorgaben
Generell gibt es in Österreich die Vereinbarung, dass Aromapflege im Alltag mit Dosierungen zwischen 0,5% (v.a. Wohlfühlbereich, Wellness) und 1% stattfindet. In Ausnahmefällen sind auch punktuelle und kurzzeitige Anwendungen mit bis zu 2% möglich. Hier sind jedoch immer die Vorgaben der Einrichtung, die Absprachen im multiprofessionellen Team, die eigene fachliche Kenntnis und ärztliche Anordnungen zu beachten.

Tropfen auf 100ml Prozent % Anzahl der verwendeten äÖ
Wohlfühlpflege 10 gtt auf 100ml 0,5% beliebig
Allgem. Pflege 20 gtt auf 100ml 1% beliebig

CAVE: ätherische Öle niemals pur anwenden!



Aromapflege hat sich als fachlich fundierte Pflegemethode sowie als Ergänzung bestehender Pflegemaßnahmen etabliert.

Aber auch andere, moderne Anschauungen und Pflegemethoden haben einen Weg in unseren heutigen Pflegealltag gefunden. Wir haben gelernt, sie adäquat einzusetzen und Kooperationen mit anderen komplementären Pflegemethoden gefunden. So können heute mehrere verschiedene Ansätze der Pflege für das Wohl des Patienten kombiniert werden.

Kooperationsmöglichkeiten im Pflegeprozess:
• Kinästhetik
• Basale Stimulation
• Kübler Ross
• Palliativ Pflege
• Therapeutic Touch
• EFT
• Klein´sche Methode
• Pflegetherapeutische Gruppen
• Primäre Pflege
• Genuss- und Wahrnehmungstraining
• Lebensberatung - Lebensstil
• Wickel und Kompressen


Aber auch die Weiterentwicklung der vorhandenen alltäglichen Maßnahmen mittels Aromapflege wurde weiter vorangetrieben.

Aromapflege mit pflegetherapeutischer Haltung und Handlung kombinieren. Sie insbesondere mit dem Konzept der Raumbeduftung zu neuen Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten inspirieren.


KINÄSTHETIK
ist ein Handlingkonzept mit vielen Möglichkeiten
• Interaktion
• Bewegung
• Umwelt
• Anstrengung
• Aktivität
• Menschliche Funktion
Ätherische Öle können hier optimal als Begleitung, Vorbereitung, Entspannung danach oder als Mutmacher eingesetzt werden. Die Anwendung ist auf unterschiedlichen Wegen möglich, durchgesetzt hat sich aber vor allem die Anwendung in Form von Raumbeduftung und als Öleinreibung. Bei Kindern auch als „Mutpflaster“.


BASALE STIMULATION
ist somatisch-körperliche Anregung, welche sämtliche Sinne des menschlichen Körpers anspricht. Wurde speziell für den Bereich der geistigen und körperlichen Behinderungen entwickelt.
Mittlerweile hat sich das überaus erfolgreiche Konzept auch für andere Bereiche der psychischen und physischen Förderung durchgesetzt. So auch im psychiatrischen ereich.

Ätherische Öle finden hier vor allem Verwendung als nasale und gustatorische Reize. Besonders bei Tagesstrukturen und Wohneinrichtungen ist die Anwendung in der Aromaküche sehr beliebt.


WICKEL und KOMPRESSEN
Diese traditionelle Pflegemethode erfährt auch hierzulande eine Renaissance, ergänzt durch die Anwendung von reinen Pflanzen-Ölkompressen oder ätherischen Ölen (z.B. ätherisches ÖL der Zitrone für Fieberwickel).


THERAPEUTIC TOUCH
Therapeutic Touch (TT) ist eine komplementäre Pflegeintervention und Behandlung, bei der die Berührung und der Mensch im Mittelpunkt stehen.
TT ist ganzheitliche Wahrnehmung und Berührung, bewusstes Wahrnehmen, Lenken und Harmonisieren der Vitalenergie.

Ätherische Öle werden hier als Vorbereitung, Begleitung und in der Nachruhephase über Raumbeduftung verwendet. Sie sollen die Räumlichkeiten und alle Beteiligten für die Pflegeanwendung vorbereiten, Vertrauen schaffen sowie die Entspannung vertiefen

PFLEGETHERAPEUTISCHE GRUPPEN, PRIMÄRE PFLEGE
Hier fidnen ätherishce Öle besonders über die Raumbeduftung Anwendung.


EFT – EMOTIONAL FREEDOM TECHNIQUES
EFT knüpft an die Akupunktur-Tradition der Chinesischen Medizin an, mit dem Unterschied, dass keine Nadeln verwendet werden. Stattdessen wird mit den Fingerspitzen auf bestimmte Meridianpunkte geklopft, wodurch der Energiefluss des Körpers positiv beeinflusst wird.

Ätherische Öle werden als zusätzliche Raumbeduftung oder direkt aufgetragen (verdünnt!) zur positiven Beeinflussung der Meridianpunkte verwendet. Entsprechende Fallbeispiele und Erfahrungsberichte – auch von Medizinern wurden in den letzten Jahren bereits publiziert (siehe auch: Abschlussarbeiten 2009 des aromaFORUM Österreich).


Besonders in der psychiatrischen Pflege lässt sich eine optimale Kooperation von Aromapflege und Pflegeintervention vollziehen.
Nirgendwo sonst gelingt es im Pflegealltag so einfach und rasch ätherische Öle einzubinden und sie sowohl als eigenständige Pflegemassnahme zu etablieren, als auch als Ergänzung zu vorhandenen Pflegetechniken.

Besonders die Möglichkeit der Raumbeduftung eröffnet uns hier eine Vielzahl an Kooperationsmöglichkeiten.

Gerne möchte cih Sie ihn diesen Themenbereich verführen und ihnen Lust auf praktische Umstezung machen.


Fazit:
Aromapflege ist eine optionale Unterstützung der täglichen Pflegemaßnahmen.
Aromapflege wirkt - Aromapflege ist belegbar.
Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument.
Aromapflege lässt sich nicht einschränken auf einzelne „Klassiker“ oder nur wenige Pflegemaßnahmen.




DPGKS Claudia Arbeithuber
Dipl. psychiatrische Gesundheits- und Krankenschwester, Komplementäre Pflege – Aromapflege
Aromapraxis Arbeithuber


Aromapraxis Arbeithuber
Claudia Arbeithuber
Wagnerstr. 29
4523 Neuzeug
07259/31779 - FAX

aromapraxis@aon.at
www.aromapraxis.com
http://aromapraxis.twoday.net/

Montag, 26. September 2011

Von Sucht und Suchtgedächtnis

„Jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut der andre leise.“

Ätherische Öle im Bereich der Sucht:
Von Sucht und Suchtgedächtnis
Am Anfang dieser Geschichte soll ein persönliches Erlebnis stehen, welches meine Meinung bzgl. ätherische Öle und Suchtbehandlung stark beprägt hat.

Es war vor etwa 14 Jahren (~ 1995) als ich jemanden über die Großartigen Erfolge einer Suchtentwöhnung gänzlich ohne Pharmazie und „Bewusstseinsveränderung“ reden hörte. Anfangs interessiert lauschend, konnte ich mich doch rasch am Gespräch beteiligen und hörte mit Erstaunen, dass hier weder Ärzte noch Therapeuten die „Patienten“ betreuen würden. Selbstverständlich gebe es aber eine ärztliche Leitung und sanitätsbehördliche Genehmigungen.
Mein Gegenüber erzählt voll Stolz, wie toll ihnen der Ausstieg aus den schulmedizinischen Zwängen und den gewohnten Lehrmeinungen gelungen sei. Und irgendwann, entschloss er sich doch noch, seinen wissbegierigen Zuhörern das ultimative Geheimnis zu verraten:
Pflanzen – und speziell deren ätherische Öle.

Diese wären für den Zauber des Erfolgs verantwortlich und würden „Unmögliches“ bewirken.

So schnell wie meine Faszination und die der anderen Zuhörer vorhanden war, so schnell verflog sie nun auch wieder. Und über kurz oder lang, hatten sich alle wieder anderen Gesprächsthemen gewidmet.

Nichts desto trotz, hielt mich dieses Thema im Bann. Immer wieder bin ich in meiner Vergangenheit auf ähnliche Aussagen und Berichte gestoßen – glauben konnte ich es nie!

In meinem beruflichen Leben habe ich auch hauptsächlich die Zeit des Entzugs wahrgenommen und kaum Erfahrungen im Bereich der Entwöhnung sammeln können. Durch verschiedenste Beratertätigkeiten in diversen Entwöhnungseinrichtungen und einige Schüler, konnte ich in den letzten 5 Jahren aber auch hier meine Hausaufgaben machen – und bin wiederum beim Thema Sucht und ätherische Öle gelandet.
Leider gibt es auf diesem Gebiet auch unter Aromatologen sehr unterschiedliche Ansätze und „Glaubenssätze“. Ich selbst bin aber zu der Überzeugung gelangt, dass Aromapflege hier genauso unterstützend wirken kann, wie in allen anderen Fachbereichen. Eine alleinige Therapie/Behandlung mit ätherischen Ölen in Entzug oder Entwöhnung scheint mir jedoch wenig zielführend.

Aber nun etwas Konkreter:

Ätherische Öle und Neurobiologie
Seit vielen Jahren wissen wir nun schon um die neurobiologischen Zusammenhänge bzgl. ätherischer Öle – Begriffe wie Neurotransmitter, Solar Plexus, Blut-Hirn-Schranke und Reizschwelle sind uns allen vertraut. Auch gibt es umfassende Studien und wissenschaftliche Berichte zu diesem Thema. Man muss sich nur einmal die Mühe machen und Suchmaschinen wie www.pubmed.com durchforsten, schon hält man reihenweise Abstrakte zu diesem Thema in Händen.
Auch wissen wir, dass ätherische Öle immer „ganzheitliche“ wirken und niemals ein Neurotransmittersystem alleinig beeinflussen, sondern immer das gesamte System. Zumal gerade das System der Neurotransmitter sehr eng ineinander fließt und sich immer gegenseitig beeinflusst.
Besonders gut erforscht sind hier:
• Lavendel – Diazepinrezeptor
• Narde – GABA, Diazepinrezeptor
• Bergamotte - Serotonin

Sucht und Neurobiologie
Auch im Bereich der Suchterkrankungen – und allen anderen psychischen Erkrankungen – steigt unser Wissen um die neurobiologischen Zusammenhänge. So gibt es klare Forschungsergebnisse rund um das Belohnungszentrum (nucleus accumbens) und dessen Hauptsteuerungselement: DOPAMIN.

Suchtmittel wirken, indem sie die Ausschüttung, Anbindung oder Wiederaufnahme von NT hemmen. Die unterschiedlichen Wirkungen von Suchtmitteln erklären sich unter anderem, durch die versch. NT-Systeme (…). Der Neurotransmitter Dopamin wird hauptsächlich im sog. Belohnungszentrum ausgeschüttet (=Suchtzentrum!) und als einziger Botenstoff von ALLEN Suchtmitteln beeinflusst è übermäßig hohe Ausschüttung!

Der Nucleus accumbens besitzt viele Andockstellen für Dopamin, welche auf Schlüsselreize (Belohnung) regieren. Jeder neue Reiz vertieft das vorhergehende Erlebnis. Dies bedeutet unter anderem, dass in den therapeutischen Maßnahmen vor allem auf Schlüsselreize durch Gewohnheiten zu reagieren ist.

Gewohnheiten (ändern):
Wie? Welche Möglichkeiten ergeben sich durch ätherische Öle?


Es reicht auch hier wieder ein kurzer Blick ins WWW mit Suchbegriffen, wie Suchtgedächtnis und Belohnungszentrum aus, um sich auf den aktuellsten Stand der Wissenschaft zu bringen.

Sucht und ätherische Öle
Nun liegt es klar auf der Hand:
 ätherische Öle wirken auf neurobiologischer Ebene, wirken ausgleichend auf das Botenstoffsystem (Neurotransmitter)
 Sucht kennzeichnet neurobiologisch immer ein Ungleichgewicht im Bereich der Botenstoffe

 Diazepinrezeptor anhängige Pharmazeutika werden zur Suchtbehandlung eingesetzt
 Eindeutige Diazepinrezeptor – Affinität von einigen äÖ wurde wissenschaftlich nachgewiesen (Lavendel, Narde)

 Gewohnheiten ändern, heißt Schlüsselreize eliminieren
 Schlüsselreize eliminieren, heißt aktive Rückfallsprophylaxe

Naja, klar vor Augen haben wir nun alle Puzzelteile, aber wie werden sie zusammengefügt?
Wie immer, zeigt sich auch hier, dass die Wissenschaft dem Erfahrungsschatz einzelner hinterherhinkt. Denn obwohl wir bereits vieles wissenschaftlich belegen können, haben wir immer noch eine Reihe von Fragen vor uns:
1. Wie genau wirken welche äÖ auf unser NT-System?
2. Welche äÖ können sich positiv bei der Etablierung neuer Gewohnheiten und Muster auswirken?
3. Wie kann man erklären, dass äÖ (wie etwa Lavendel) Diazepinrezeptoren ganzheitlich beeinflussen im Sinne einer ausgleichenden Wirkung, ohne den Regelkreis der Sucht neu anzufachen?
4. …?

Pflegerische Maßnahmen in der Entwöhnungstherapie:
Umgesetzt werden hier vor allem adjuvante Maßnahmen der Aromapflege. So finden sich psychoedukative Elemente im Bereich des Wahrnehmungstrainings und der Sinnesschule wieder. Auch werden Fantasiereisen und andere Entspannungstechniken mittels Beduftung unterstützt, um so die positiven Empfindungen und positiven Muster mittels Duftgedächtnis weiter zu verankern.
Viele weitere pflegetherapeutische Einsatzmöglichkeiten befinden sich bereits in aktiver Ausübung und von dem einem oder anderen Haus sind in Zukunft auch wissenschaftlich untermauerte Erfahrungsberichte zu erwarten.


Eines ist sicher – es bleibt spannend, auch wenn man es am Anfang gar nicht glauben möchte!



Vieles gebe es hier noch zu berichten, für einen ersten Einblick ist es aber mehr als ausreichend. Ich stehe mit meinem Wissen aber gerne für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Auch vermittle ich gerne den Kontakt zu Fachpersonen, die bereits ätherische Öle in ihrem Alltag anwenden.



Meine Erfahrungen und Berichte in diesem Artikel beziehen sich auf meine Arbeit an den Landeskrankenhäuser OÖ. sowie danach in meiner freie Pflegepraxis. Mischungen und Rezepturen stammen tw. von erfahrenen Pflegexperten.


Claudia Arbeithuber

Aromaküche - Süße Köstlichkeiten

SÜßE KÖSTLICHKEITEN
der Aromaküche:
Unter Aromaküche versteht man jene Küche, welche sich beim Würzen und Verfeinern der ätherischen Öle bedient.
Hier eignen sich natürlich vor allem all jene ätherische Öle, die wir bereits als Drogen in unserem Gewürzsortiment vorfinden.
Nach erstem Probieren, stellen aber viele rasch fest, dass sich auch alle anderen äÖ perfekt für die feine Küche eignen.

Aber auch hier gilt es einiges zu beachten:
–EMULGATOR nicht vergessen!
–Weniger ist mehr – viel weniger ist viel mehr!
–Rasches Sättigungsgefühl!
–Nicht jeder Gaumen ist bereit für diese neuen Gelüste ;)

Rechtliche Lage:
Prinzipiell können Sie im privaten Bereich alle 100% naturreinen ätherische Öle für die Küche verwenden.
Für sie ist hier lediglich die Qualität der Produkte von Bedeutung.
Sobald sie jedoch ihre Kreationen und Verfeinerungen an Dritte weitergeben, ist es unabdingbar, dass sie ätherische Öle verwenden, die auch für den Lebensmittelbereich zertifiziert sind.

Einkauf:
Einige Anbieter haben mittlerweile auch LMZertifizierungen für ihre äÖ—hier einfach nachfragen bzw. das Etikett genau studieren. Eine Firma hat sich speziell dem Vertr i e b v on LMzertifizierten äÖ verschrieben.
Dies ist Ingeborg Wäschenbach mit ihrer Firma Vegarome - Im Einklang.

Mein Zugang-mein weg zur Verfeinerung:
Ich bin weder Hobbyköchin noch sehr begabt in der feinen Küche der Backwaren.
Dennoch gelingt auch mir die Veredelung von Süß-speisen mit ätherischen Ölen sehr gut.

Mein Ansatz hierbei ist eigentlich immer der selbe:
•Grundrezept
•äÖ und Emulgator auswählen (Sahne, Sirup, Honig, Zucker, Salz,
Öl, Joghurt, Alkohol, Butter, Ei, Essig, Majo, Sojasauce, Zitronensaft)
•Dosierung beachten!!! Nie direkt in die Speise tropfen!
•Bei warmen Speisen zum Schluss beimengen,eventuell Servierformen einstreichen oder mit Würzölen in Sprühflaschen arbeiten.

Rezepte:
•aromaFORUM: Homepage, Publikationen
•Aromavitalküche.de
•Im Einklang.de
•Satureja.de
•Maria Kettenring, div. Bücher


Vorschau:
Das aromaFORUM Österreich plant mit 2011 den Start einer Broschüren Reihe für alle Interessierten.
Den Auftakt bildet die Broschüre mit dem Titel: „Süße Köstlichkeiten“
Die „mini aromaREIHE“ wird möglichst jährlich erscheinen.


mfg


Claudia Arbeithuber

Die Sprache der Symbolik - Duft als Symbol

All unser Handeln, unsere Sprache, unser Wissen wird ausgedrückt durch Symbole. Buchstaben, Satzzeichen, Verkehrszeichen, Farben und Bilder sind Symbole. Sie sind verkürzte bildhafte Darstellungen, die bereits vor der Entwicklung einer differenzierten Sprache entstanden. Ein – oder auch DER? – grundlegende Baustein der menschlichen Entwicklung.
Wie viele unterschiedlichen Sprachen es auf der Welt gibt, darüber streitet sich die Wissenschaft noch heute. Einig sind sie sich aber darin, dass die einfachsten Symbole (Farben, Bilder) eine grundlegende, universelle Sprache bilden. So werden z.B. Farben in vielen Kulturen mit ähnlichen Bedeutungen versehen bzw. lösen ähnliche Reaktionen aus. Unterschiede sind hier lediglich in der kulturellen Entwicklung der einzelnen Kontinente erkennbar. Denn auch hier gilt: individuelle Erfahrungen prägen das Wissen einer ganzen Gemeinschaft.

Den Beginn unserer heutigen Schrift – der geschriebenen Sprache – bildeten ebenfalls Symbole und erste Symbolschriften (Runen, Hieroglyphen).
Erst durch die Entwicklung von Schrift, wurde unser Wissen zeitlos und vermittelbar auf die kommenden Generationen. Eine Weiterentwicklung so erst möglich.
Aber auch Schriften haben sich unterschiedlich entwickelt und ausgeformt. Von einfachsten Bildsprachen hin zu aufwendigsten Codes mit mehreren tausend Zeichen gibt es in der Geschichte viele Belege. Eine der umfangreichsten Sprachen ist auch heute noch in Verwendung (chinesische Schriftzeichen).
In unserer modernen Zeit ist aber auch wieder ein Trend zur Umkehr und zu einfachsten Symbolen (vgl. Smiley!) erkennbar. Klar erkennbar in so manchen SMS Nachrichten oder den „social networks“ unserer Zeit (Facebook, Twitter, Xing, meinVZ).


Aber zurück zu den Symbolen: Wir alle verwenden sie Tag für Tag und werden in unterschwelligen Hinweisen von anderen über Symbole informiert. Überlegen sie einmal, welche Farbe ihre Kleidung heute hat? Welche Bedeutung kann man diesen Farben zuordnen? Und trifft diese Zuordnung nicht auch erstaunlich oft auf ihre Gemütslage zu? Vielleicht wollen sie mit der Farbwahl aber auch ihre aktuelle Stimmung verändern/beeinflussen?

FARBEN:
Mit Farben „verschönern“ wir nicht nur unseren Alltag, sondern zeigen dem Gegenüber auch:
• Wie es mir heute geht!
• Welche Stimmung ich in meinem Zuhause haben möchte!
• Was ich von meinem Gegenüber möchte!
• Und ob mir der andere willkommen ist oder nicht!
Auch unsere Schriften „verändern“ wir mit Farbe. Durch Großschreibung, Fettdruck, Kursiv, Unterstrichen oder verschiedenen Farben machen wir auf unsere Anliegen aufmerksam. So manches Schild wird zusätzlich noch durch Ausrufzeichen und Co. verfeinert.

Die Wirtschaft bedient sich nicht nur der Sprache der Symbole, sondern ist ihr mehr oder weniger auch ausgeliefert. Wo Kundenwerbung und Kundenfrequenzen auf positive Erfolge durch gezielten Einsatz von Sprache, Farben und Bildern treffen, ist aber auch eine Reihe von (teuren) „must haves“ zu verzeichnen:
• Auswahl von Schriftstyle, Schriftfarbe und Schreibweise
• Logo
• Abkürzung/Code des Firmennamens
• Name der Firma
Und die zentrale Frage: Passt alles zusammen? Bin ich glaubwürdig?
Danach folgen: ist das Türschild einladend? Falle ich in der Reihe an Reklametafeln auf? Lädt mein Eingangsbereich zum Eintreten (Kaufen) ein? Fühlt man sich hier wohl? Sieht es nach Wissen/Vertrauen/Kompetenz aus? Bin ich adrett gekleidet, oder passt meine Kleidung überhaupt zu dem was ich nach außen hin symbolisiere?


Ein wahrer Meister in Farbwahl und Farbnutzen ist aber die NATUR. Hier finden wir die Vorbilder für Kundenwerbung (Insektenlockung zur Bestäubung), Kundenbindung (Ameisenvölker und ihre Läuse“plantagen“) und Verkaufsoptimierung (Paarungsverhalten, Balz).

Hier lässt sich aber auch erkennen, dass der so fortschrittliche Mensch im Grunde sehr leicht beeinflussbar ist/bleibt und trotz aller Erkenntnisse der Wissenschaft weiterhin unterschwellig auf die Symbolsprache reagiert. Wir nehmen die Botschaften auf und reagieren entsprechend – ohne uns deren Einflusses überhaupt bewusst zu sein.
Keiner kann sich dem Einfluss der Farben entziehen, auch muss man dafür nicht sonderlich begabt und besonders „sensibel“ sein. Ihre bloße Anwesenheit alleine reicht aus.

Doppelblind versuche zeigen, dass jeder Mensch – jedes Tier und jede Pflanze – auf Farben reagiert. Die einzelnen Reaktionen mögen zwar aufgrund der Einzelerfahrungen und des Kontextes unterschiedlich ausfallen, dennoch ist in jedem Versuchsfeld eine signifikante Reaktion bei einbringen (neuer) Farben erkennbar.

Die Wissenschaft versucht dies natürlich genauestens zu erforschen und die Wirtschaft es nachzubilden.
Wie allgemein bekannt, sind vor allem die Pigmentierung der Farben, ihre Strahlung (Stichwort: „Bio-Photonen“) als auch deren individuelle Schwingungen für deren Wirkung verantwortlich. Und gerade die Erforschung der Schwingungen von Farben, Körpern, Gegenständen usw. erfreut sich derzeit großen Zulaufes.
Den durch moderne Techniken sind wir nun auch auf Basis der Wissenschaft in der Lage, diese Phänomene zu erforschen und zu dokumentieren. Was vor nicht allzu langer Zeit noch Aberglaube, Heilsehen oder Hexentum genannt wurde, findet nun Einzug in unser Allgemeinwissen. Viele Lehrstühle befassen sich auch mit dem Schamanismus und „Wie Schamanen wissen, was sie wissen!“ (F. Koechlin „Zellgeflüster“). Wie sie mit der Natur in Verbindung treten und deren Sprache deuten.

Forschungen in diesem Bereich sind in unserem Jahrhundert nicht mehr nur Teil der Esoterik, sondern der anerkannten Wissenschaften.


DUFT:
So wie schon die Farben, hinterlassen auch Gerüche und Duft eindeutige Signale. Sie werden bewusst und unbewusst von uns eingesetzt, wahrgenommen und verarbeitet. Wir reagieren darauf, wie auf Botschaften in geschriebener Sprache.
Auch hier hat die Wirtschaft einen großen Teil als unterschwellige Botschaften in ihre Kundenwerbung mit aufgenommen. Wir erhalten beim Einkauf per Duftsignal die passende Stimmung und werden wie betäubt von z.B. frisch gebackenem Brot angelockt. Obwohl satt gegessen, können wir dem Duft frischen Essens oftmals nicht wiederstehen und kaufen, als gebe es kein Morgen mehr.
Auch hier verstärken Farben und Aufmachung den Reiz zusätzlich.

Wir selbst nutzen Duftsignale in unseren Parfüms, Körperpflegemitteln und Waschpulver für unserer Kleidung. Mittels Duftbaum, Brise, Airfresh und Co. versuchen wir passende Stimmungen in unseren Wohnräumen zu vermitteln.

In der Natur begleiten uns Duftstoffe als Lockmittel (Insekten, Bestäubung, Paarung), als Kommunikationsmittel (Markierung von Nahrungsmitteln und Wegen z.B. Ameisen, Drohgebärde z.B. Stinktier), zur Erkennung von Familienzugehörigkeit und Revierabgrenzung.

Auch wir Menschen setzen unseren Körperduft ein, um z.B. unseren männlichen Partner fruchtbare Tage anzuzeigen, einen Partner mit dem höchstmöglichen Nutzen für die gemeinsamen Nachkommen auszuwählen, Ärger, Angst oder Erkrankung anzuzeigen.

Pflanzen setzen Duftstoffe zur Bekämpfung von Fressfeinden, zum Anlocken von Insekten, zur Heilung von Verletzungen und zur Kommunikation ein (Warnung anderer Pflanzen vor Brand, Fressfeinden, …). Auch sie kommunizieren intensiv mit ihrer Umgebung und setzen Symbole zur Weiterleitung von Informationen ein.
Hauptaugenmerk der duftenden Symbolsprache liegt hier in den ätherischen Ölen. Sie werden von der Pflanze gebildet und in kleinsten Öltröpfchen an Blättern, Wurzeln, Blüten, Rinde, Samen oder Früchten gespeichert. Durch Wasserdampf Destillation, Pressen (v.a. Zitrusfrüchte) oder Extraktion (v.a. Blüten) werden ätherische Öle gewonnen und von uns genützt. Wir verwenden sie zur Unterstützung unserer eigenen Körpersprache (Körperduft), für Gesundheit und Wohlbefinden, zur Erfrischung, zur Abwehr, zur Körperpflege, für angenehmen Duft, im Alltag, in der Medizin, in der Pflege, in der Küche, in der Parfümerie und zur persönlichen Wohnraumgestaltung.
Dieser kleine Teil der Duftsymbole ist so überaus facettenreich und unterschiedlichst einsetzbar, dass sich ganze Wissenszweige, aber auch Vereine damit beschäftigen (z.B. aromaFORUM Österreich). In Österreich sind wir sogar in der glücklichen Lage mehrere Organisationen zu diesem Thema und ein sehr abwechslungsreiches Angebot an Ausbildungen, Seminaren und Fachtagungen zu haben.
So findet etwa jeweils am 2.Samstag im November seit 6 Jahren der „Tag des ätherischen Öls“ in Linz statt.


Duftstoffe, ob natürlich oder synthetisch setzen ihre Wirkung über ihre chemischen Inhaltstoffe. Aber auch hier wirken Strahlung und Schwingung verstärkend. Wie jeder Gegenstand, so befindet sich jedes Molekül in einer für ihn typischen Schwingung. Diese können wir wahrnehmen und uns anpassen – „mitschwingen“.

Und noch etwas Wichtiges ist hier zu ergänzen: Düfte und Duftwahrnehmungen werden in unserem Gehirn immer gemeinsam mit Situationen bzw. die Erinnerung daran abgespeichert. Dieser einzigartige Vorgang ermöglicht es uns, uns in die jeweilige Situation zurück zu versetzen, wenn wir den Duft neuerlich wahrnehmen. Umgekehrt lässt der Schluss auf eine Erinnerung an z.B. Omas Küche den Duft von Lavendel wieder aufsteigen.
Forscher vermuten, dass diese Verknüpfung den ersten Menschen half, besonders schnell auf mögliche Bedrohungen zu reagieren. Aus gefährlichen Situationen schnellstmöglich zu lernen.


ZEICHEN:
Wenn wir an Symbole denken, so denken wir zu allererst an Zeichen/Striche/Codes. Alle anderen Formen der Symbole sind uns weniger nahe, als die Vorläufer unserer heutigen Schrift. Wir nehmen sie bewusster wahr und können sie besser deuten. Auch finden wir mehr beschreibende Worte in unserer Sprache als für Farben oder Düfte.
So besitzen wir für viele der anderen Symbole (Farben, Düfte) entsprechende Zeichen – umgekehrt lässt sich dies jedoch nicht feststellen. Das würde bedeuten, unsere Zeichensprache ist weitaus umfangreicher, einfacher und universeller einsetzbar.
Man denke nur an den letzten Urlaub und die Verkehrsschilder des jeweiligen Urlaubslandes. Trotz sprachlicher Barrieren, lassen sich die Zusammenhänge der Verkehrsschilder problemlos erkennen.

Zu den Zeichen gehört im medizinischen Bereich natürlich auch die neue Homöopathie. Sie vereint Symbolwirkung, Zuwendung, strukturierte Eigenwahrnehmung und das Auftragen von Schrift in Form von Farbe (Schwingung!) am Körper. Sicherlich eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten Symbole einzusetzen.


Weitere SYMBOLE:
Neben all den Zeichen, Bildern, Farben, Düften und Formen, verwenden wir Mimik und Gestik als Symbolsprache. Schon an kleinsten Veränderungen der Gesichtsmuskeln, können wir z.B. die Befindlichkeit des Gegenübers erkennen. Wir sind in der Lage z.B. mit gekonntem Augenaufschlag unsere Wünsche durchzusetzen oder durch eine leicht gebeugte Haltung eine Situation deeskalieren.
Auch Tiere und Pflanzen nutzen ihre Strukturen/Körper als lebende Symbole. Die Biene und ihr Tanz zur Weitergabe von Nahrungsinformationen etwa sind Ausdruck von Körpersprache.


Schwingung – der gemeinsame Nenner aller Symbole!
Schwingungen lassen sich bei Farben wahrnehmen, bei Düften, bei Zeichen und auch in unserer Körpersprache. Sie sind der gemeinsame Nenner der uns bekannten Symbolsprache. Sie sind das grundlegende Element dieser Sprache, die wir alle gemeinsam so selbstverständlich in unserem Alltag sprechen.



Die Sprache der Symbolik – Farben, Zeichen, Duft und Bilder – lassen uns reagieren, mitfühlen, mitschwingen. Sie sind unsere Kommunikation nach außen und innen, lassen uns in Beziehung treten zur belebten wie unbelebten Umgebung. Sie vereinen uns mit unserer Umwelt und beeinflussen uns nachhaltig.

Und das seit vielen tausend Jahren!




aromaFORUM Österreich:
Im Jahr 2007 haben wir nach vielen Jahren als offene Arbeitsgruppe den gemeinnützigen Verein aromaFORUM Österreich in Linz/OÖ gegründet. Ziel des Vereins ist es, das Wissen um die ätherischen Öle und deren Einsatz in Aromapflege, -kultur und –medizin zu vermitteln. Ausbildungen, Seminare und Fachtagungen zu organisieren, den Kontakt zu anderen Anbietern und Interessierten herzustellen/ zu suchen und
einen kostengünstigen Zugang zu Wissen allen Interessierten zu ermöglichen.


Auch als Verein sind wir uns unsere Symbolwirkung – im doppelten Sinne – bewusst. Wir haben lange nach passenden Farben und Symbolen gesucht. Die Wahl der Leitgedanken beschäftigt uns noch heute.

Selbst die Schreibweise unseres Namens war für uns ein wichtiges Zeichen:
• aromaFORUM – sollte unser Name lauten, da wir ein Netzwerk, ein Forum für den Austausch von Wissen über ätherische Öle, Pflanzenöle und Hydrolate darstellen möchten
• Österreich: weil wir aus Österreich kommen, uns ganz auf Ö konzentrieren möchten und unsere Kultur wie auch Gesetzeslage immer im Blickfeld haben
• aroma wird klein geschrieben weil es unser aller kleinster gemeinsamer Nenner ist – so unterschiedlich wir alle sind (im Verein) – so liegt unser gemeinsames Interesse doch bei den ätherischen Ölen
• FORUM wird groß geschrieben, da Netzwerk, Austausch und MITEINANDER unser höchstes Ziel ist

Wir wählten die Farben braun und grün, für die Verbundenheit zur Natur und Erde. Als Logo dient uns ein Ast der Latschenkiefer, da Latschenkiefer das einzige in Österreich produzierte ätherische Öl darstellt (auf Produktionsniveau).


Als Vorstandsmitglied darf ich nun seit 2007 die Entwicklung des verein begleiten und freue mich ganz besonders über die gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, wie der FNL.

Ich bedanke mich auf diesem Wege auch nochmals herzlich für die Zusammenarbeit.



http://freimaurer-wiki.de/index.php/Traktat:_Sprache_der_Symbole
http://www.puramaryam.de/symbolwas.html
http://www.aromaforum-oesterreich.at

Samstag, 2. Oktober 2010

"Süße Köstlichkeiten"

Passend zum Thema, fand in Linz ein Themenabend statt. Neben ersten Schritten hin zur feinen Aromaküche wurde vor allem der gemeinsame Austausch gepflegt und die vielen Köstlichkeiten vernascht....
Es gab:
* Limonaden
* Eierlikör mit "O sole mio"
* Pfirsichlikör mit "Bergamotte"

* versch. Marmeladen
* "Nach Acht"
* Beerenpralinen mit "Capri"
* Mohnkuchen mit Pfefferminzglasur
* Tirapfisu mit "Orangenzauber"
* Tirvanisu mit "Vanille"
* Pfefferminzcreme
* falsche Panna Cotta
* ...

Einfach lecker, sag ich euch!


Nachdem leider der Download scheitert, hier zumindest die Notizliste der Powerpoint:

Die Inhalte:• Was ist Aromaküche?
• Wer macht… bzw. kann/darf Aromaküche praktizieren?
• Womit wird gearbeitet?
• Praxis
• Vorschau: mini aromaREIHE

Aromaküche:
Unter Aromaküche versteht man jene Küche, welche sich beim Würzen und Verfeinern der ätherischen Öle
bedient.
Hier eignen sich natürlich vor allem all jene ätherische Öle, die wir bereits als Drogen in unserem
Gewürzsortiment vorfinden.
Nach erstem Probieren, stellen aber viele rasch fest, dass sich auch alle anderen äÖ perfekt für die feine
Küche eignen.

Aromaküche:Aber auch hier gilt es einiges zu beachten:
– EMULGATOR nicht vergessen!
– Weniger ist mehr – viel weniger ist viel mehr!
– Rasches Sättigungsgefühl!
– Nicht jeder Gaumen ist bereit für diese neuen Gelüste ;)

Rechtliche Aspekte der Aromaküche:
Prinzipiell können Sie im privaten Bereich alle 100% naturreinen ätherische Öle für die Küche verwenden.
Für sie ist hier lediglich die Qualität der Produkte von Bedeutung.

Rechtliche Aspekte der Aromaküche:
Im öffentlichen Bereich (in Großküchen, bei Veranstaltungen, in Einrichtungen, …): immer dann, wenn
Dritte miteinbezogen werden, spielt die Wahl der Produkte eine große Rolle.
Glücklicherweise gibt es seit einiger Zeit schon speziell für den Lebensmittelbereich zugelassene ätherische
Öle.

Rechtliche Aspekte der Aromaküche:
Warum ist dies wichtig?
Warum kann ich nicht alle ätherischen Öle für die Aromaküche verwenden?

Materialien aus der Aromaküche:
Ingeborg Wäschenbach
Im Einklang – Naturwaren, Vegarome
Lange Strasse 35
21255 Kakendorf, Deutschland


Materialien aus der Aromaküche:
Vegarome:
– Orange, Zitrone, Bergamotte, Pfefferminze, Lavendel, Mandarine rot, Pfeffer grün, Kakaoextrakt, Vanilleextrakt
– Capri, Zimt Orange, EuroAsia, O sole mio, Orangenzauber, Dill & Co.
– Sprays: Sommertraum, Mediterran, Gartenkräuter, Oriental, Asia


Mein Zugang – mein Weg zur Verfeinerung:
Ich bin weder Hobbyköchin noch sehr begabt in der feinen Küche der Backwaren…
Dennoch gelingt auch mir die Veredelung von Süßspeisen mit ätherischen Ölen sehr gut.
Mein Ansatz hierbei ist immer gleich …………….


Sollte jemand die Powerpoint gerne haben, schicke cih sie auch per Mail aus - aromapraxis@aon.at

Sonntag, 15. August 2010

Pflegekongress 2010 Wien

Die Vorbereitungen für die Messen, Tagungen udn Kongresse im heurigen Herbst sind auf dem Höhepunkt - alles läuft.

Ich selbst sitze gerade über meinen Powerpointpresentation und freue mich schon auf den heurigen Tagungsherbst.

Diesmal darf ich mich über Einladungen zum Pflegekongress 2010 in Wien (September), der Fachtagung "Hautpflege - Stomapflege" der Firma Hollister in Langenlois (September) und der Fachtagung für Aromatherapie in der Psychiatrie in Basel (Oktober) freuen.

pflegekongress10

Wie immer könnt ihr im Anschluss die Abstrakte bereits einsehen und ab November dann auch die Präsentationen nachlesen.

Ich wünsche viel Vergnügen und freue mich auf einen persönlichen Kontakt vor Ort.

mfg

Claudia Arbeithuber

Montag, 28. Juni 2010

ätherische Öle in der Psychiatrie – von Versuch und Irrtum

Handout-zum-Kongress-in-Basel-2010 (pdf, 65 KB)Abstrakts zur ersten Fachtagung für ätherische Öle in der Psychiatrie an der Universitären Pyschiatrie Basel

Versuch und Irrtum – Kurzabstrakt
Aromapflege ist ein Instrument der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Sie ist nicht mehr nur eine kleine Sparte der unwissenschaftlichen oder esoterischen Ecke der Pflege. Nein, sie ist nunmehr ein Teil der allseits anerkannten komplementären Pflegemethoden.

Aromapflege kann jede Pflegemaßnahme ergänzen und ist in allen Fachgebieten einsetzbar. Dies ermöglicht ihr den Siegeszug durch alle Disziplinen.

Auch in der Psychiatrie und vor allem in der psychiatrischen Pflege haben ätherische Öle Einzug gehalten. Vielerorts wird an Konzepten und Umsetzungen gearbeitet. Das vielfältige und sehr unterschiedliche Krankheitsbild in der Psychiatrie macht eine Standardisierung aber nicht gerade einfach. Viele Probleme ergeben sich in der Praxis beim Versuch, Standards aus dem allgemeinen, konservativen Fächern in die psychiatrische Pflege zu integrieren.

Psychiatrie ist anders, Psychiatrie bedarf hier mehr. Und in erster Linie, mehr von uns, mehr für den Patienten, mehr Individualität und Flexibilität und mehr an gemeinsamer Arbeit.

AnwendungsbeobachtungenUm Ihnen einen Einblick in die Reaktionen psychisch kranker Menschen auf ätherische Öle zu bieten, möchte ich ihnen hier einige Beispiele nennen:

Lavendel: So vielseitig Lavendel in seiner Anwendung ist, so vielschichtig sind auch die emotionalen Reaktionen, die er auslösen kann. Lavendel als Raumbeduftung bei Gruppentherapien kann mitunter derartige Spannungen aufbauen, dass die Gruppensitzung abgebrochen werden muss. Überhaupt ist Lavendel bei affektiven Störungen und psychotischen Zuständen sehr bedenklich, da er paradoxe Reaktionen auslösen kann (Spannung statt Entspannung). In der Pflege von verwirrten, älteren Patienten wird er gerne zur Schlafförderung eingesetzt und zur Beruhigung bei emotionalen Krisen. Jedoch sollte er nur in niedrigster Dosierung eingesetzt werden – eine unverdünnte oder hochdosierte Anwendung führt zur Umkehr der gewünschten Wirkung, kann Weinattacken und motorische Unruhe begünstigen.

Rosmarin: Als Teil einer 1%igen Erkältungsmischung kann er bei psychotischen Patient/innen euphorische Gefühlsregungen begünstigen und ein Einschlafen unmöglich machen.

Zeder ist ein wunderbares Öl in der Psychiatrie, besonders in der Arbeit mit psychotischen Patient/innen. Dies bedarf allerdings einiger Erfahrung, sowohl im psychiatrischen Bereich als auch in der Aromapflege. Gerne verwende ich Zeder als Raumduft mit einer Dosierung von 1 Tropfen auf 100 ml fettem Öl. Selbst diese hohe Verdünnung kann für psychotische Patient/innen schon stark duften, da ihre gesamte Außenwahrnehmung um ein Vielfaches gesteigert ist!

Sie sehen, selbst die gängigsten ätherischen Öle können mitunter kleine Überraschungen bereithalten. Streifen sie daher gemeinsam mit mir, durch die unglaubliche Welt der ätherischen Öle. Lernen sie aus meinen Fehlern und profitieren sie von meiner Arbeit in und für die „Psycho – Aromapflege“.



Versuch und Irrtum – Handout
Aromapflege ist ein Instrument der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Sie ist nicht mehr nur eine kleine Sparte der unwissenschaftlichen oder esoterischen Ecke der Pflege. Nein, sie ist nunmehr ein Teil der allseits anerkannten komplementären Pflegemethoden. Um nicht zu sagen, momentan, der bekannteste Part der komplementären Pflege.

Die Arbeit mit den ätherischen Ölen stellt aktuell die umfassendste, ganzheitlichste Pflegemethode dar. Sie ist nicht nur in einzelnen Bereichen einsetzbar, sondern in allen Fachgebieten der Pflege und Medizin vertreten. Viele Pflegekonzepte sind nur in wenigen, sehr isolierten Bereichen einsetzbar. Nicht so die Aromapflege. Sie ermöglicht uns mit wenigen Korrekturen, in Dosierung und Auswahl des verwendeten ätherischen Öls, die Umsetzung in allen Fachbereichen. Von der pädiatrischen zur gerontologischen oder Intensivpflege ist Aromapflege vertreten.

Unser heutiger Fokus liegt ganz auf dem Fachgebiet der Psychiatrie – ihre speziellen Anforderungen, erste Schritte in der Umsetzung, Grenzen und Möglichkeiten im praktischen Alltag sowie der individuellen Konzeptierung.
Begeben sie sich gemeinsam mit mir, auf eine Reise durch die einzelnen Anwendungsgebiete ätherischer Öle im psychiatrischen Alltag und entdecken sie die wunderbare Welt der „Psycho-Aromapflege“.


Die Vielzahl an unterschiedlichsten Krankheitsbildern, die individuellen oftmals schrecklichen Erfahrungen der psychisch kranken Patienten und ihr völlig „andersartiges“ Reagieren auf Düfte, hält so manchen davon ab, auch ihnen die Möglichkeiten der Aromapflege anzubieten.
Mit der nötigen Sorgfalt und dem Respekt gegenüber Patient und ätherischen Ölen gelingt auch hier eine langsame Annäherung und die Erstellung von Standards. Anhand eines Erfahrungsberichtes mit Borderlinepatienten wird eine mögliche Umsetzung der Aromapflege im Alltag einer psychiatrischen Abteilung aufgearbeitet und wichtige Schritte sowie Behandlungsmerkmale präsentiert.

Aromapflege in der psychiatrischen Pflege
Entspannungsbäder mit Milch und Honig oder auch mit den wenigen verfügbaren ätherischen Ölen waren schon immer Teil des psychiatrischen Pflegeangebotes, jedoch meist nur mobilen, selbstständigen und nicht-akuten Patientinnen und Patienten (leichte bis mittelgradige Depressionen, leichte Anpassungsstörungen usw.) vorbehalten. Die Wahl der Öle erfolgte aufgrund des momentanen Angebotes an ätherischen Ölen oder nach persönlichen Vorlieben von Patient/in oder Pflegepersonal. Die Dosierungen erfolgten zumeist „frei aus dem Handgelenk“, ebenso die Wahl des Emulgators.

Als in anderen Bereichen der Pflege zunehmend Standards für den Einsatz ätherischer Öle erarbeitet wurden, versuchte man diese auch in die psychiatrische Pflege zu integrieren. Doch bereits zu Beginn „passierten“ vielfach unerwartete Reaktionen und heftigste Gefühlsregungen. Es zeigte sich, dass für die Psychiatrie eigene Standards nötig sind, und dass vor allem die ätherischen Öle sorgsam ausgewählt werden müssen. Auch die Dosierungsangaben konnten nicht ohne genaue Prüfung übertragen werden.



Tab. 1: Die Dosierungen ätherischer Öle in den verschiedenen Pflegebereichen sind unterschiedlich.


Die Wahl des richtigen Zeitpunktes
In der Arbeit mit psychiatrischen PatientInnen muss genau überlegt sein, wann man gewisse Forderungen an das Gegenüber stellen darf und wann es besser ist, damit noch zu warten. Einfühlungsvermögen und „G´spühr“ ist gefragt. Auch für die Aromapflege gelten hier dieselben Regeln: nicht die Wirkung des ätherischen Öls allein macht dessen Erfolg aus, sondern auch der richtige Einsatz zum richtigen Zeitpunkt. Entscheidend ist hierfür aber nicht nur der aktuelle Zustand des Patienten, sondern auch seine individuelle Vergangenheit, seine persönliche Geschichte.
Ätherische Öle bei völlig fremden psychotischen PatientInnen einzusetzen, sollte für jeden ein Tabu sein. Auch ist es abzulehnen ätherische Öle im Akutzustand, im Raptus oder während einer Fixierung einzusetzen.

Welche Öle dürfen es nun sein?
Am Beispiel psychotischer Patienten:
In meiner Arbeit haben sich einige wenige ätherische Öle für den Einsatz bei psychotischen PatientInnen herauskristallisiert.
Am meisten verwende ich Sandelholz und Zeder, da beide Öle stark beruhigend und ausgleichend wirken. Auch wirken sie sich positiv auf das Schlafverhalten der PatientInnen aus. Sie wirken zentrierend, erdend und fördernd die Konzentration nach Innen – auf das eigene ICH.
Sandelholz Zeder

Des Weiteren verwende ich gerne Basilikum und Estragon. Beides Öle, die nur selten Einzug in die stationäre Aromapflege finden. Für mich jedoch zwei der wichtigsten Öle für die Psyche. Basilikum als kleiner Helfer gegen Stress, Unruhe und Nervosität – als „Nervenöl“ schlecht hin. Und Estragon bei Ängsten und Unsicherheit – zur Stärkung des eigenen ICHs.
Basilikum Estragon

Diese vier sind für mich die beste Unterstützung in der Betreuung und Begleitung psychotischer PatientInnen. Sicherlich gäbe es noch andere und vielleicht auch wirksamere, günstigere, … Öle. Ich habe mich aber für oben genannte entschieden und meine PatientInnen bestätigen mich darin immer wieder aufs Neue.

Zusammenfassung

Der Einsatz ätherischer Öle in der psychiatrischen Pflege muss wohl überlegt sein. Vor allem bei psychotischen Zuständen sollten sie die Wahl ihrer ätherischen Öle gut bedenken und nur Einzelöle in hoher Verdünnung einsetzen. In der Regel beginne ich mit einem Tropfen auf 100ml bzw. 50 ml für erste Geruchsproben und arbeite mich nur langsam hoch. Bei akut-psychotischen Zustandsbildern verzichte ich gänzlich auf den Einsatz ätherischer Öle.

Wichtig ist es, vorab die Situation genau einzuschätzen, intensive Beziehungsarbeit zu leisten, Vertrauen aufzubauen, die Wahl des ätherischen Öles sorgfältig zu überdenken und auf den geeigneten Moment, das Timing zu achten – also das tägliche Brot in der psychiatrischen Pflege.




Aromapflege wirkt. Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument. Und zudem eine überaus willkommene Bereicherung des Pflegealltags für Patient wie Personal.

"Aromapflege - die praktische Anwendung im Pflegealltag" Pflegemassnahmen von A-Z

a>Aromapflege – Abstrakt zu Vortrag Pflegenetz-Kongress 2010

Aromapflege ist ein Instrument der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Sie ist nicht mehr nur eine kleine Sparte der unwissenschaftlichen oder esoterischen Ecke der Pflege. Nein, sie ist nunmehr ein Teil der allseits anerkannten komplementären Pflegemethoden. Um nicht zu sagen, momentan, der bekannteste Part der komplementären Pflege.

Die Arbeit mit den ätherischen Ölen stellt aktuell die umfassendste, ganzheitlichste Pflegemethode dar. Sie ist nicht nur in einzelnen Bereichen einsetzbar, sondern in allen Fachgebieten der Pflege und Medizin vertreten. Viele Pflegekonzepte sind nur in wenigen, sehr isolierten Bereichen einsetzbar. Nicht so die Aromapflege. Sie ermöglicht uns mit wenigen Korrekturen, in Dosierung und Auswahl des verwendeten ätherischen Öls, die Umsetzung in allen Fachbereichen. Von der pädiatrischen zur gerontologischen oder intensiv Pflege ist Aromapflege vertreten.

Begeben sie sich gemeinsam mit mir, auf eine Reise durch die einzelnen Abteilungen eines Krankenhauses und entdecken sie die wunderbare Welt der Aromapflege.

Aromapflege wirkt. Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument. Und zudem eine überaus willkommene Bereicherung des Pflegealltags für Patient wie Personal.

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Sonntag, 9. Mai 2010

Ätherische Öle im Einsatz – Besonderheiten in der psychiatrisc hen und gerontologischen Aroma - Pflegepraxis

Selbst in unserer aufgeklärten Welt assoziieren wir mit den Begriffen Psychiatrie und psychisch krank lediglich negativ gefärbte Vorstellungen einer Welt voller Wahnsinniger.

Die Geschichte der Psychiatrie selbst ist geprägt von vielen Irrwegen, grausamen „Forschungsmethoden“ und der Angst einer ganzen Bevölkerung vor dem Wahnsinn. Immer schon mussten psychisch kranke Menschen viel Leid ertragen. Stichwörter wie Hexenverbrennung, Exorzismus, Lobodomie, Rassenhygiene und die Verwahrung, jener in so genannten Narrenhäusern („betreut“ von Wärtern) sind uns auch heute noch ein Begriff.

Psychiatrie und Aromapflege:
Die Vielzahl an unterschiedlichsten Krankheitsbildern, die individuellen oftmals schrecklichen Erfahrungen der psychisch kranken PatientInnen und ihr völlig „andersartiges“ Reagieren auf Düfte, hält so manchen davon ab, auch ihnen die Möglichkeiten der Aromapflege anzubieten.

Der Einsatz ätherischer Öle oder auch der Schulmedizin, lässt sich in der Psychiatrie nicht derart klassifizieren, wie wir es aus anderen Bereichen der somatischen Medizin gewohnt sind. Das Erstellen selbst einfachster Pflegestandards erfordert viel Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an Flexibilität. Auch die Frage der Dosierung bedarf hier einer neuen Einschätzung.

Entspannungsbäder mit Milch und Honig oder auch mit den wenigen verfügbaren ätherischen Ölen, waren schon immer Teil des psychiatrischen Pflegeangebotes. Jedoch meist nur mobilen, selbstständigen und Nicht-akuten PatientInnen (leichte bis mittelgradige Depressionen, leichte Anpassungsstörungen usw.) vorbehalten.

Die Wahl der Öle erfolgte aufgrund des momentanen Angebotes an ätherischen Ölen oder nach persönlichen Vorlieben von Patient oder Pflegepersonal. Die Dosierungen waren zumeist „frei aus dem Handgelenk“, ebenso die Wahl des Emulgators.

Als in anderen Bereichen der Pflege zunehmend Standards für den Einsatz ätherischer Öle erarbeitet wurden, versucht man diese auch in die psychiatrische Pflege zu integrieren. Doch bereits zu Beginn „passierten“ vielfach unerwartete Reaktionen und heftigste Gefühlsregungen. Es zeigte sich, dass für die Psychiatrie eigene Standards nötig sind und vor allem die ätherischen Öle sorgsam ausgewählt werden müssen. Auch die Dosierungsangaben konnten nicht ohne genaue Prüfung übertragen werden.

Der normale „lästige“ Patient

Psychiatrische Symptome, geistige Behinderung oder Minderbegabung sowie kognitive Leistungsschwächen sind keine Krankheitsbilder oder Symptome die nur isoliert auf einer Psychiatrie zu finden sind.

Vielfach sind nun auch Pflegende und Mediziner aus den konservativen Bereichen daran, sich aufgrund der steigenden Nebendiagnosen aus dem ICD 10 Kapitel F in diesem Fachgebiet fortzubilden. Dennoch fällt es schwer dem Patientenklientel die nötige Unterstützung und Hilfe im Rahmen einer konservativen Station zu bieten. Die Frustration bei Patient und Team steigt demnach mit jedem neuen Negativerlebnis. Neben der fehlenden Ausbildung/praktischen Erfahrung und dem ständig wachsenden Leistungsdruck an unsere Berufsgruppe - bei sinkender Mitarbeiterzahl – bietet zum Beispiel eine Interne Station nicht das geeignete Setting für die Betreuung eines Borderlinepatienten.

Da ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn dem Pflegepersonal selbst bei kleinen Abweichungen im Stationsablauf die Puste ausgeht.

Jeder weiß, dass sich unsere Patienten nicht nur im klinischen Bild unterscheiden, sondern auch in ihrer Persönlichkeitsstruktur. Ein Krankenhausaufenthalt stellt auch für sie und ihre Angehörigen eine große Belastung dar. Sie sind verängstigt, verärgert und ungeduldig. Sie verstehen die Sprache des Behandlungsteams nicht und fühlen sich gegenüber anderen Patienten benachteiligt. Die einzige Möglichkeit für sie, sich zu „Wehren“ und die eigenen Rechte einzufordern geht über das Pflegepersonal. Je nach ihren persönlichen Problemlösungsfertigkeiten sieht dieser Weg unterschiedlich aus:
• ruhig und unterwürfig fragend, bittend
• selbstlos, aufgebend und hilfsbereit – auf andere hoffend
• Verantwortung abgebend, absoluter Rückzug aus dem eigenen selbstständigen Leben
• die Selbstbestimmung massiv zurückerkämpfend
• lässig und cool abwartend
• ängstlich und Unruhe verbreitend um Hilfe suchend

Einem eigenen Verlust der „Kontrolle oder Selbstbeherrschung“ ist in diesem Falle nur vorzubeugen, wenn man sich der Situation des anderen bewusst wird. Man Verständnis für diese Ausnahmesituation aufbringen kann und klar und deutlich das eigene Befinden dem Gegenüber schildert. Nur so kann die Qualität der Pflege unter dem steigenden Leistungsdruck gehalten werden.

Hilfreich sind hier nicht nur die persönliche Einstellung und ein klarer Kommunikationsstil, sondern auch die Verwendung ätherischer Öle. Einerseits der Einsatz beruhigender, ausgleichender und angstlösender Öle auf Seiten des Patienten und seiner Angehörigen. Andererseits persönliche Wohlfühlmischungen oder aktivierende, konzentrationsfördernde Öle bei den Pflegenden.

Grenzzonen der Anwendung:
Unabhängig davon, wie sie in ihrer Institution mit dem Thema Implementierung umgehen und welche Ausgangsfaktoren sie zu beachten haben, gibt es in der psychiatrischen Pflege eine wichtige Grenze zu beachten: BERÜHRUNG.

Psychisch Kranke sind im Allgemeinen sehr sensibel, sie nehmen viel Verborgenes wahr und stellen das Wahrgenommene in Frage – analysieren es. Reizüberflutung ist hier das Stichwort. Visuelle, akustische und olfaktorische Reizen können im Stationsalltag gut verarbeitet werden – Probleme entstehen meist erst bei zusätzlichen taktilen Reizen. Berührung und hier vor allem ungefragte Berührung stellen Grenzüberschreitungen und ein Eindringen in die persönliche Intimsphäre dar. Das mühsam aufgebaute Vertrauensverhältnis kann hier mit einer einzigen unbedachten Bewegung auf ein Minimum reduziert werden – Misstrauen und Unsicherheit treten an dessen Stelle.
Jede Berührung – auch Initialberührungen zu Gesprächsbeginn und aufmunternde Gesten – sollten mit bedacht gewählt werden, Massagen nur bei entsprechendem Vertrauensverhältnis und mit Einverständnis der Patienten. Dennoch sollte man auch dann nicht mit einer Bauchmassage beginnen, sondern sich langsam und über mehrere Anwendungen „herantasten“. Beginnend mit dem Körperteil, welcher vom Patienten selbst als angenehm und unverfänglich bezeichnet wird.

Dosierung und Auswahl der ätherischen Öle

Auswahl ätherischer Öle
Bevor Sie Jemanden eine Unterstützung mit ätherischen Ölen anbieten, sollten Sie für sich einige Fragen klären:
1. Unter welchen Symptomen leidet der Patient?
2. Was möchte ich mit dem Einsatz ätherischer Öle erreichen?
3. Welche Form der Anwendung möchte ich anbieten?
4. Welche ätherischen Öle stehen mir zur Verfügung? Möchte ich einige dieser Öle bereits vorab ausschließen?
5. Hauptinhaltsstoffe der vorhandenen ätherischen Öle und deren Wirkungsweise?
6. Was möchte ich keinesfalls erreichen?

Erst danach sollten Sie dem Patienten gegenübertreten. Ihn über ihre Absichten informieren, die Aromapflege und ihre Möglichkeiten erklären und um sein Einverständnis fragen: „Der Patient als gleichwertiger Partner!“

In einem gemeinsamen Gespräch kann nun auf die individuelle Problematik des Patienten eingegangen und eine Auswahl an ätherischen Ölen getroffen werden. Unterstützend sind hier wieder folgende Leitfragen, diesmal aus Sicht des Patienten:
1. Unter welchen Beschwerden leide ich besonders?
2. Was möchte ich Mithilfe der ätherischen Öle erreichen? Was verspreche ich mir davon?
3. Was möchte ich keinesfalls erreichen? Wovor habe ich Angst?
4. Welche Form der Anwendung sagt mir besonders zu?
5. Welche ätherischen Öle sagen meiner Nase zu? Welche möchte und kann ich überhaupt nicht riechen?
6. Was lösen die von mir bevorzugten ätherischen Öle bei mir aus?

Anschließend werden die bevorzugten ätherischen Öle ausgewählt und die Art der Anwendung bestimmt. Die Mischung erfolgt wieder gemeinsam mit dem Patienten, der die Intensität des Duftes mitbestimmt. Hier gilt vor allem das Prinzip von „Versuch und Irrtum“.

Dosierung in der psychiatrischen Pflege
Psychisch kranke Menschen sind sehr empfindsam. Alle ihre Sinne sind sozusagen in „Alarmbereitschaft“ und nehmen selbst kleinste Sinneseindrücke auf. In der Regel kann man dennoch ohne Probleme mit 1%igen Mischungen arbeiten. Psychiatrische Patienten sind sehr direkt: individuelle Vorlieben und Bedürfnisse werden klar und deutlich reflektiert. Eine Adaption der Dosierung kann somit rasch erfolgen.

Dennoch ist bei einigen Patientengruppen eine andere Dosierung angezeigt. Besonders chronisch Erkrankte und Patienten mit besonders starker Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit und äußeren wie inneren Wahrnehmung bedürfen einer deutlich geringeren Dosierung.


Besonders wichtig ist ein behutsames und gering dosiertes Vorgehen bei folgenden Patientengruppen:
Psychotische Patienten
Manische Patienten
Schwerst depressive Patienten und Patienten mit Burn Out
Schwerst traumatisierte Patienten
Verwirrten Patienten
Essstörungen
Zwangsstörungen

Eine Dosierung mit 1% ist bei folgenden Patientengruppen bisher unproblematisch verlaufen:
Angst- und Panikattacken
Geistige Behinderung Grad 1 bis 3
Persönlichkeitsstörungen
Sexualstörungen

Aber auch Dosierungen die höher sind als gewöhnlich kommen bei psychisch kranken Menschen vor – siehe Seminarinhalte „Duft und Psyche“.

Eine weitere Patientengruppe, bei der unterschiedliche Dosierungen angezeigt sind, ist die große Gruppe der Suchterkrankungen.

Um allen unterschiedlichen Krankheitsbildern gerecht zu werden und den Menschen dahinter, empfiehlt es sich mit den geringsten Dosierungen zu beginnen und gegebenen falls später langsam zu erhöhen.
Unbedingt erforderlich ist jedoch eine kontinuierliche Begleitung und Beobachtung des Patienten. Um eventuelle Veränderung in dessen Befinden und Verhalten rasch zu erkennen und umgehend darauf reagieren zu können.
Niemals darf ein Patient mit einer „neuen“ Mischung alleine gelassen werden!

Zusammenfassung
Ätherische Öle in der Psychiatrie? Ja, natürlich. Einfach umzusetzen? Ja, mit dem nötigen Feingefühl und Know How. Funktionieren Mischungen aus dem somatischen Bereich? Sicherlich, bei einigen Krankheitsbildern ist jedoch Vorsicht in der Dosierung geboten. Auch können einige wenige Öle nur bedingt eingesetzt werden.


So schwierig und auch aufwendig die richtige Wahl ätherischer Öle und das Finden der optimalen Dosierung im Bereich der psychiatrischen Pflege sein können, so enorm sind allerdings auch die Erfolge welche hier verzeichnet werden.

Man muss „lediglich“ mit der nötigen Sorgfalt und dem nötigen Respekt gegenüber Patient und ätherischen Ölen vorgehen und auf eine langsame Annäherung der Dosierung achten.

Wichtig ist es, vorab die Situation genau einzuschätzen, intensive Beziehungsarbeit zu leisten, Vertrauen aufzubauen, die Wahl des ätherischen Öls sorgfältig zu überdenken und auf den geeigneten Moment, das Timing zu achten – also das tägliche Brot in der psychiatrischen Pflege.

Vor allem bei psychotischen Zuständen sollten sie die Wahl ihrer ätherischen Öle gut bedenken und nur Einzelöle in hoher Verdünnung einsetzen. In der Regel beginne ich mit einem Tropfen auf 100ml bzw. 50 ml für erste Geruchsproben und arbeite mich nur langsam hoch. Bei akut-psychotischen Zustandsbildern verzichte ich gänzlich auf den Einsatz ätherischer Öle.

Sprechen Sie mit ihrem Gegenüber! Fragen sie nach Veränderungen oder Gefühlsregungen! Bleiben sie im Kontakt! Und, setzen sie ätherische Öle nur ein, wenn sie genügend Zeit haben, den Patienten in dieser Zeit zu begleiten!

Aromapflege – die praktische Anwendung im Pflegealltag

Pflegekongress 2010 - Wien
Aromapflege ist ein Instrument der modernen Gesundheits- und Krankenpflege. Sie ist nicht mehr nur eine kleine Sparte der unwissenschaftlichen oder esoterischen Ecke der Pflege. Nein, sie ist nunmehr ein Teil der allseits anerkannten komplementären Pflegemethoden. Um nicht zu sagen, momentan, der bekannteste Part der komplementären Pflege.

Die Arbeit mit den ätherischen Ölen stellt aktuell die umfassendste, ganzheitlichste Pflegemethode dar. Sie ist nicht nur in einzelnen Bereichen einsetzbar, sondern in allen Fachgebieten der Pflege und Medizin vertreten. Viele Pflegekonzepte sind nur in wenigen, sehr isolierten Bereichen einsetzbar. Nicht so die Aromapflege. Sie ermöglicht uns mit wenigen Korrekturen, in Dosierung und Auswahl des verwendeten ätherischen Öls, die Umsetzung in allen Fachbereichen. Von der pädiatrischen zur gerontologischen oder intensiv Pflege ist Aromapflege vertreten.

Begeben sie sich gemeinsam mit mir, auf eine Reise durch die einzelnen Abteilungen eines Krankenhauses und entdecken sie die wunderbare Welt der Aromapflege.

Aromapflege wirkt. Aromapflege ist ein anerkanntes Pflegeinstrument. Und zudem eine überaus willkommene Bereicherung des Pflegealltags für Patient wie Personal.

Dienstag, 17. November 2009

Psychiatrische Pflege und ätherische Öle in der freien Pflegepraxis - eine mögliche emanzipierte Zukunftsvision der Pflege!?

6.Dreiländerkongress Psychiatrische Plege "Leadership" 19.-20.11.2009 in Wien, Baumgartnerhöhe


Psychiatrische Pflege und ätherische Öle in der freien Pflegepraxis – eine mögliche emanzipierte Zukunftsvision der Pflege?



Die Tätigkeit als freiberufliche diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester ist in weiten Teilen Europas seit vielen Jahren etabliert. Im somatischen Bereich wird dieses Arbeitsfeld heute auch nicht weiter in Frage gestellt. Die Vorraussetzungen zur Abrechnungen mit den Krankenkassen sind gegeben, die Tarife festgesetzt, klare Qualitätskriterien festgelegt und die allgemeine Hauskrankenpflege bei Laien wie Fachpersonal anerkannt. Nicht so in der psychiatrischen Pflege.



Die Situation der freiberuflichen psychiatrischen Pflege in Österreich

In Österreich hatte es lange keine rechtliche Grundlage zur freiberuflichen Ausübung der psychiatrischen Pflege gegeben. Erst mit der Novelle des GuKG (Gesundheits- und Krankenpflege Gesetz) im Jahre 1997 wurde der juristische Grundstein für diese Tätigkeit gelegt. Zuvor war es lediglich der allgemeinen Krankenpflege gestattet.
Mittels Qualifikationsnachweises, Strafregisterauszug und ärztlichem Attest konnte von nun an, bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde, ein Antrag zur freiberuflichen Berufsausübung gestellt werden. Dieses Angebot wurde sofort von einer großen Anzahl psychiatrischer Gesundheits- und Krankenpflegpersonen genützt. Sie haben den Antrag gestellt, eine positive Meldung erhalten – und dann, nach langem hin und her nicht gewusst, wie sie diese Möglichkeit für sich weiter nutzen könnten.

Viele haben nach langer, harter Arbeit erfahren müssen, dass die rechtliche Grundlage alleine noch keine Etablierung im Gesundheitssystem oder gar eine Anerkennung bedeutet.
Seitens der Krankenkassen gibt es kaum Standards bzw. Verrechnungsmöglichkeiten für psychiatrische Pflege im extramuralen Bereich. Aber auch seitens der Angehörigen oder Hausärzte wird oftmals keine Notwendigkeit einer weiteren pflegerischen psychiatrischen Betreuung gesehen – Facharztkontrollen: ja, betreuende Einrichtungen/Tagesstrukturen/Arbeitsassistenz: ja, psychiatrische Pflege: ?.
Viele wissen meist gar nicht, was psychiatrische Pflege ist. Was sie ausmacht. Es fehlt an der Basisinformation der Bevölkerung. Pflege ist da, o.k. Pflege ist im Krankenhaus, ja. Aber was soll die Pflege in der außerklinischen Betreuung im psychiatrischen Bereich machen. Was kann sie tun, was nicht auch eine ungeschulte Person auch könnte?
Das mangelnde Bewusstsein und die fehlende Information über unseren Berufsstand, sind hier die größten Probleme mit denen wir zu kämpfen haben.
Auch fehlte es an der notwendigen Beratung und Begleitung der freiberuflich Tätigen seitens der Behörden.

So mancher hat schließlich „aufgegeben“ oder arbeitet nun auf freiberuflicher Basis für eine Ambulanz, ein Krankenhaus, ein Altenheim beziehungsweise eine Langzeiteinrichtung. Der Traum einer eigenständigen, ambulanten psychiatrischen Pflege auf freiberuflicher Basis wurde für sie so jedoch nicht erfüllt.



Die Situation der freiberuflichen psychiatrischen Pflege in unseren Nachbarländern

In unseren Nachbarländern Deutschland und Schweiz ist die freiberufliche Ausübung der psychiatrischen Pflege fest im Gesetz verankert. Auch scheinen hier die Bereitschaft der Krankenkassen größer und die Kooperation mit den Krankenanstalten wie niedergelassenen Ärzten leichter vonstatten zu gehen als in Österreich.

Viele Kliniken in Europa arbeiten zunehmend an einer externen Versorgung und an der Umsetzung verschiedenster Projekte zur gemeindenahen psychiatrischen Versorgung. Auch Österreich ist hier vorne mit dabei. Gleichzeitig steigt die Zahl extramuraler Angebote wie auch freiberuflicher psychiatrischer Pflegepersonen. In der Schweiz wurde dies zum Anlass genommen, die Zusammenarbeit der freiberuflich Tätigen mit psychiatrischen Einrichtungen, Hausärzten und freipraktizierenden Psychiatern zu vertiefen und besser zu koordinieren.
Im Dezember 1998 starteten einige Pioniere mit der freiberuflichen Tätigkeit in Winterthur und schlossen sich zu einem Verein zusammen. Im Mai 2003 wurde er in die «Interessengruppe Gemeindepsychiatrie Winterthur und Umgebung - IG geps» umgeändert.
Von freiberuflich ambulant psychiatrisch Pflegenden wurde im Frühjahr 2008 schließlich der Verein Ambulante Psychiatrische Pflege VAPP gegründet, der sich mit großem Erfolg etablieren konnte.
Die rechtlichen und organisatorischen Vorraussetzungen sind vorhanden. Aber was noch wichtiger erscheint: die notwendige Akzeptanz der zahlenden Behörden, Angehörigen, Betroffenen und der psychiatrischen Einrichtungen ist gegeben.



Klinische und extramurale psychiatrische Versorgung in Österreich – ein Streifzug am Beispiel Oberösterreichs

Nach den Schrecken des Nationalsozialismus und der damit verbundenen Diskriminierung der psychisch Kranken, benötigte die Psychiatrie in Österreich doch einiges an Kraft und vor allem auch Zeit, um ihren Weg zu finden. Die großen Kliniken, fern von Familie und Heimat erwiesen sich rasch als nicht zukunftsweisend. Erste Projekte und Überlegungen wurden angestrengt. Seit vielen Jahren heißt die treibende Kraft in der Entwicklung der Psychiatrie Österreichs „Dezentralisierung“. Von den großen, zentralgelegenen Psychiatrien, hin zur gemeindenahen Versorgung.
In Oberösterreich entstand nach 10 Jahren Planung in Wels, mit der Psychiatrischen Klinik Wels, das erste dezentrale psychiatrische Krankenhaus mit Vollversorgung. Es folgten weitere Projekte und etliche Umstrukturierungen bis 2005 die Vollversorgung an 5 Standorten gesichert werden konnte: Wels, Steyr, Vöcklabruck, Braunau und Linz (Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg). Seit 2008 gibt es zusätzlich ein tagesklinisches Angebot in Freistadt.

Zeitgleich entwickelte sich in ganz Österreich, vor allem aber in Oberösterreich der Verein „pro mente“, der sich die außerklinische Versorgung psychisch Kranker zum Ziel gesetzt hat. Pro Mente etablierte sich in den Bereichen Wohnen, Tagesstruktur, Arbeitsassistenz, aber auch Beratung und Dienstleistung.

„In Oberösterreich erkannte man also schon vor längerer Zeit, dass die Zukunft nicht in zentraler, stationärer Behandlung liegt, die PatientInnen dazu zwingt, ihr gewohntes Umfeld, ihre Freunde und Familien zu verlassen. „Es geht darum, Hilfsangebote für Menschen mit akuten psychischen Erkrankungen und schweren seelischen Krisen in allen Regionen Oberösterreichs zu schaffen“, sagt Prim. Dr. Walter Aichinger.“
(Gespag, öffentliche Aussendung 2009)

Trotz aller Anstrengung von Politik, Kliniken, Psychologen, niedergelassenen Ärzten, Pro Mente und engagierten Einzelpersonen, sind jedoch auch heute noch viele weiße Flecken auf der Landkarte zu sehen. Gerade im stationären Alltag stellen wir immer wieder mit Erschrecken fest, dass manche unserer Patienten einfach in kein Angebotsschema „zu passen“ scheinen!? Dass die Wartezeiten und Erstgesprächstermine einfach zu lange auf sich warten lassen. Dass manche von ihnen nicht „gerne“ übernommen werden bzw. viele froh sind, dieses Patientenklientel von ihrem Angebot ausgrenzen zu können.

Es gibt viele Lücken, gerade im Übergangsbereich und der täglichen Begleitung von Betroffenen und deren Angehörigen. Doch solange die nötige Akzeptanz noch auf sich warten lässt, kann die psychiatrische Pflege nur schwer oder gar nicht tätig werden. Zu viele Steine gibt es derzeit noch, die den Weg blockieren.



Gescheiterte Projekte als Abschreckung?

Ein sehr engagierter Mitarbeiter hatte vor einigen wenigen Jahren versucht, sich im Zusammenschluss mit weiteren freiberuflich Tätigen und den umliegenden Gemeinden ein Netzwerk zur Versorgung psychisch Kranker aufzubauen. Sein Ziel war es, vorhandene Lücken möglichst mit individuellen Lösungen zu schließen und ein niederschwelliges Grundangebot zu etablieren.
Für dieses Unterfangen erstellte er ein fundiertes Konzept, erarbeitete ein Budget, eine Kosten-Nutzungsplanung und machte in seiner Freizeit Werbung für dieses Projekt.
Viele Menschen bestärkten ihn dabei. Hausärzte, Betroffene, Angehörige, Laien, aber auch Politiker gratulierten zu seinem Vorhaben und betonten stets die Notwendigkeit einer solchen Initiative.
Das Projekt sollte schließlich in die entscheidende Phase gelangen, die Kündigung am Arbeitsplatz war bereits geplant, als es zu einer entscheidenden Wende kam.
Nach beinahe 5 Jahren intensiver Arbeit, vielen privat investierten Euros, Vorgesprächen, Probeklienten, Arbeiten ohne Bezahlung, kam das AUS. Im letzten Moment erhielt er die knapp Mitteilung, dass sein Vorhaben nicht finanzierbar sei und derzeit kein Bedarf bestünde.

Nach so viel Engagement ein tiefer Rückschlag mit nachhallender Wirkung für alle „Enthusiasten“. Wie sollte man nun auf so ein „Vorzeigeprojekt“ reagieren? Sollte man seinen eigenen Weg versuchen? War man gescheiter, besser als der andere? Sollte man es so bleiben lassen, wie es ist und hoffen, ein anderer würde die Arbeit erledigen? Sollte man seine Träume fallenlassen und seinen Enthusiasmus begraben? Nein, soweit war ich noch nicht!



Von den eigenen Wünschen zur konkreten Umsetzung

Ich war zwar etwas enttäuscht, entsetzt und auch vor den Kopf gestoßen, da mir das beschriebene Projekt sehr umfassend und sicher erschienen war. Aber nichts desto trotz wollte ich an meinem Weg festhalten. Mein Ziel war es immer schon neben der Arbeit im stationären Bereich eine freie Pflegepraxis zu etablieren. Der stationäre Alltag sollte mich weiterbilden und mir den Anschluss an den beruflichen Alltag sichern. Die freie Pflegepraxis sollte mein Vorstellungen einer psychiatrischen Pflege widerspiegeln und so meine grundlegenden Bedürfnisse im Arbeitsalltag abdecken. Ich hatte viele Ziele und Wünsche, die es unterzubringen oder zu verwerfen galt. Noch konnte ich mich jedoch weder für das eine noch das andere entscheiden.
Dementsprechend schwierig gestalteten sich die Anfangsphase und die Einführung einer freien psychiatrischen Pflegepraxis.
Kein Mensch konnte sich etwas darunter vorstellen. Patienten, Klienten, Angehörige wie Ärzte als Partner galt es zu überzeugen, ebenso ein geeignetes Konzept auf die Beine zu stellen. Erschwerend war für mich die Tatsache, dass seitens der Versicherungen keine Bereitschaft zur Kostenübernahme oder Unterstützung bestand.

Ein geeigneter Aufhänger und ein kleiner „Köder“ mussten also gefunden werden. Jedoch nicht zum Preis der Seriosität. Immer noch wollte ich ausschließlich die psychiatrische Pflege anbieten und nicht in die Ecke der Esoterik abgestellt werden oder zum Verkaufsladen aversieren.

Als privaten Ausgleich besuchte ich einige Fortbildungen zum Thema Aromapflege, machte schließlich auch die Weiterbildung „Aromapflege“ und entdeckte diese schlussendlich als weiteres Steckenpferd für mich.

Nun wollte ich also die Arbeit auf der Station, die freie psychiatrische Pflegepraxis und die Aromapflege unter einen Hut bringen. Und das bei den eingangs beschriebenen Stolpersteinen und Problemen – Irre!

Aber die Zeit war auf meiner Seite. Im Boom der Wellnesszeit konnte ich mit der Aromapflege die nötige Aufmerksamkeit erlangen und einen ansprechenden Klientenstamm erzielen. Aus den anfänglichen Beratungen zu Wohlbefinden und Wellness wurden bald schon die ersten Kontakte zum eigentlichen Klientel aufgebaut. SIE hatten MICH gefunden!
Besonders gut ließen sich BorderlinepatientInnen und Klienten mit depressiver Verstimmung in das Konzept einbinden. Viele Menschen konnte ich so schon begleiten - als psychiatrische Krankenschwester, aber auch mit meinem Wissen um die Aromapflege. Ich konnte aber auch viele Informationen sammeln und bin dankbar über das Wissen, welches ich mir mit deren Hilfe aneignen durfte.

So entstand auch der Erfahrungsbericht “BorderlinepatientInnen in der Pflegepraxis unter Einsatz von Cananga odorata, Melissa officinalis sowie Santalum album“. Ein entsprechendes Plakat sehen sie im Rahmen des Kongresses.

Heute kann ich sagen, dass ich alle Facetten optimal miteinander verbunden habe. Eine für mich passende Lösung gefunden habe.
Aber noch bin ich nicht am Ende meines Weges. Es warten bereits neue Aufgaben auf mich, die ich ebenso in mein Konzept einbinden möchte. Aber auch hierfür wird sich eine Lösung finden lassen.


Lernziele im Workshop des diesjährigen 6.Dreiländerkongresses Psychiatrische Pflege

Umsetzen der psychiatrischen Pflege in der freien Pflegepraxis
Aggressionsbewältigung und Minderung von Selbstverletzung unter Begleitung mit Cananga odorata
Teamplayer freie Pflegepraxis

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Herzlich Willkommen

Mein Name ist Claudia Arbeithuber, ich bin dipl. psychiatrische Gesundheits- und Krankenschwester und arbeite seit nunmehr 9 Jahren in der freien Pflegepraxis. Ich beschäftige mich mit: ätherischen Ölen, komplementäre Heilmethoden, Duftberatung und halte Seminare zu diesen Themen. Ich unterrichte auch in der Krankenpflegeschule und habe eine Ausbildung zur Aromapflege nach §64 mitbegründet. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern in meinen Unterlagen. Liebe Grüße Claudia

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